Quo Vadis? (1985)

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Im Rom des Jahres 64 nach Christus herrscht der Größenwahn in Gestalt Kaiser Neros (Klaus-Maria Brandauer). Die Bürde, das Weltreich der Römer zu führen, zermürbt den Mann nicht nur körperlich. Auch psychisch driftet er immer weiter in den Wahnsinn ab. Als er die Idee zu Neropolis, einer neuen gigantischen Stadt ausheckt, hat er das Ende der Fahnenstange seines Verstandes erreicht. Will er doch, um für "seine" Stadt Platz zu machen, erst einmal Rom niederbrennen. Samt Bürger... Gleichzeitig kommt Kommandat Marcus Vinicius (Francesco Quinn) aus Britannien zurück. Er verliebt sich in die christliche Sklavin Lygia (Marie-Theres Relin). Damit gerät er geradewegs in die Christenverfolgung seines Kaisers Nero. Das Unheil nimmt seinen Lauf...

Klaus-Maria Brandauer war selten so gut als in seiner Rolle als wahnsinnig werdender Nero. Auch der immense Aufwand, mit dem die 6-teilige Mini-Serie produziert wurde, lässt den Zuschauer mit offenem Mund zurück. Mit heutigen Maßstäben ist das nur schwer zu vergleichen, da hier die Kulissen weitestgehend handgemacht sind. CGI gab es zu der Zeit noch nicht. Regisseur Franco Rossi (Zwei Missionare) führt seine Darsteller mit sicherer Hand durch aufwendige Dekors, großen Liebesschwulst und finstere Intrigen. Zwar zieht sich das Epos an manchen Stellen etwas, im Großen und Ganzen ist Quo Vadis? jedoch wirklich gute Unterhaltung.

Koch Media spendiert der remasterten DVD-Edition einen hübschen Schuber und ein 16seitiges Booklet mit vielen wissenswerten Infos. Leider gibt es sonst keine Extras auf den drei Scheiben. Genrefans können dennoch bedenkenlos zugreifen.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/quo-vadis-1985