Mutants

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Im verschneiten Fransösien rast ein Krankenwagen durch den Wald. An Bord die Sanitäterin Sonia (Hélène de Fougerolles), ihr Freund Marco (Francis Renaud), eine Soldatin und ein verletzter Mann. Nach fünf Minuten sind es nur noch drei, nach sieben weiteren nur noch zwei Überlebende! Und Marco ist infiziert und angeschossen. Mit was er infiziert ist, ist schwer zu sagen. Die beiden Flüchtlinge retten sich in ein abgelegenes Sanatorium – während der Rest der Welt dem Untergang geweiht ist. Einzige Hoffnung sind die immer mal wieder vorbei fliegenden Hubschrauber und, das in der Nähe eine Militärbasis sein soll. Doch Marcos Infektion breitet sich immer schneller aus, Haar- und Zahnausfall sind die Folge, Blut kotzen und Aggressionen lassen nicht lange auf sich warten. Langsam verwandelt sich Marco in eine Zombie-ähnliche Kreatur, vor der auch Sonia nicht mehr sicher ist. Da kann er ihr noch so oft seine Liebe beteuern.

Mutants ist David Morlets Regiedebüt und zeigt, dass der Regisseur seine Hausaufgaben gemacht hat. In der ersten Hälfte des Films wird noch gezeigt, wie zwei Menschen, die sich lieben, mit solch einer unfassbaren Situation umgehen und versuchen, ihre Menschlichkeit zu bewahren. Mit dem Auftauchen einiger anderer Flüchtlinge, geht es schließlich auch actionmäßig richtig los. Die immer währende Grundspannung, der Sonia (und der Zuschauer) ausgesetzt ist, kippt in ein Actionfeuerwerk. Der exzessive Einsatz der ShakyCam ist zwar nichts für Menschen, die schnell seekrank werden, doch wird so der Zusammenbruch der kleinen, heilen Zivilisation in der unendlich erscheinenden Schneelandschaft schön unterstrichen. Spätestens jetzt verwandelt sich der introvertierte Film in einen klassischen Zombiereißer. Schöne Make up FX, bedrückende Atmosphäre und anhaltende Spannung sorgen für kurzweilige 80 Minuten Horror. So muss das sein.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/mutants