Emil und die Detektive

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Im Berliner Milieu spielt die wohlbekannte Geschichte um den aufrechten Charakter Emil Tischbein, dem auf der Zugfahrt von Neustadt in die Metropole zu seinen Verwandten eine erhebliche Summe Bargeld von einem heimtückischen Ganoven gestohlen wird. Ist der Junge auch zunächst schlicht entsetzt, fängt er sich jedoch rasch und beschließt, auf eigene Faust den Dieb zu überführen, wobei er unerwartete Unterstützung von einer ganzen Mannschaft von Verschwörern bekommt, die sich mit einigem logistischen Aufwand des Falles annehmen: Der Professor, Gustav mit der Hupe, der kleine Dienstag, die Brüder Mittenzwey und Co. legen sich mächtig ins Zeug, um ihrem neuen Freund Emil aus der Bredouille zu helfen. Dabei zieht sich die Schlinge um den dubiosen Halunken Grundeis immer enger zusammen, der sich letztlich von einer ganzen Horde von Schulkindern eingekreist nicht mehr aus der Affäre ziehen kann.

Während die Dramaturgie von Emil und die Detektive der Fassung von 1931 sich recht eng an die literarische Vorlage anlehnt, gestattet sich die Version von 1954 einige gestalterische Freiheiten und Ausschmückungen mehr, die der Geschichte eine für die damalige Zeit modernere Ausprägung verleihen. Aus heutiger Perspektive stellen beide Filme einen jeweils spannenden, gelungenen Ausflug in die Sphäre der Kinderwelten des berühmten Stoffes dar, dessen wesentliche Elemente und Charaktere ihre Spannung sowie ihren Charme ansprechend zu transportieren vermögen.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/emil-und-die-detektive