Das Lazarus Projekt

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Türknacker Ben (Paul Walker) hat endlich die Bewährung hinter sich und freut sich auf ein Leben mit seiner Frau Lisa (Piper Perabo, Coyote Ugly) und der kleinen Tochter. Da es auch im Job prima läuft, stehen der kleinen Familie alle Türen offen. Auch als Bens Bruder Ricky (Shawn Hatosy) auftaucht und ihn für ein krummes Ding gewinnen will, lehnt Ben dankend ab. Doch es wäre zu schön... Ben wird wegen seiner Knastvergangenheit überraschend gekündigt. Er verschweigt Lisa den Rauswurf und heuert stattdessen bei Ricky an. Der Bruch steigt und - geht schief. Drei Menschen sterben und Ben wird verhaftet. Auf ihn wartet die Hinrichtung. Zwei Jahre später bekommt er die Giftspritze und stirbt. Dann öffnet Ben die Augen und hat in einer psychiatrischen Einrichtung den Job des Hausmeisters... Hat er den Verstand verloren? Oder ist das alles real?

Wow, was Regisseur John Glenn hier präsentiert, ist nicht nur ein äußerst spannender und unterhaltsamer Thriller. Auch wird gekonnt der Selbstfindungsweg eines Mannes gezeigt, der "vom rechten Pfad" abgekommen ist. Der Zuschauer weiß ab dem Moment, in dem Ben sein zweites Leben betritt, nicht mehr, als der Hauptprotagonist. Die Spannung wird mit einigen zwielichten Gestalten, dichter Atmosphäre, bedrohlichen Situationen und Haken und Ösen auf einem gehobenem Level gehalten.

Darstellerisch wird von den Nebenrollen nicht wirklich viel (toll, aber verheizt: Lambert Wilson, Matrix Reloaded) verlangt. Sie erfüllen ihren Zweck, um Paul Walker glänzen zu lassen und ihn zu supporten. Leider führen das DVD-Cover und der Titel den Zuschauer aufs Glatteis. Das Lazarus Projekt ist weniger Mystery, denn Thriller und hält das Niveau bis zum Schluss durch. Das muss mancher Film mit größerem Budget erstmal nachmachen.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/das-lazarus-projekt