Indian Summer

Melancholische Rückbesinnung

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Indian Summer ist ein kleiner Film, in dem nicht nur heute namhafte Darsteller (Bill Paxton, Diane Lane) mitspielen. Trotz bescheidenem Cover hat Indian Summer das, was vielen Filmen fehlt: Wärme. Herz. Seele. Zwanzig Jahre sind seit dem letzten Sommer Camp vergangen. Nun wurden einige der, mittlerweile erwachsenen, früheren Camp-Teilnehmer vom alten Leiter des Ferienlagers eingeladen, ein letztes Mal den Indian Summer zu genießen, bevor das Camp seine Tore für immer dicht macht. Gut gelaunt und unter großem Hallo treffen die Acht ein. Man freut sich, tauscht melancholisch Erinnerungen aus, berichtet, was man mittlerweile erreicht (oder auch nicht erreicht) hat. Wünsche und Sehnsüchte flackern erst zögernd, dann immer heftiger auf, alte Liebeleien erwachen zu neuem Leben. Dem gegenüber steht die Realität und was wirklich alles passiert ist. Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit. Jeder wird aus diesem letzten Indian Summer verändert zurückkehren.

Indian Summer will das Rad nicht neu erfinden. Er macht einfach nur Spaß, vielleicht auch wehmütig und melancholisch. Stellvertretend für den Zuschauer fragen sich die Charaktere, was sie erreicht haben von dem, was sie immer machen wollten. Hat sich das alles überhaupt gelohnt? Das älter werden? Der Stress? Und ist man wirklich auch weiser geworden? An mancher Stelle ist der Film vielleicht etwas arg dick aufgetragen und es gutmenschelt zu sehr. Doch Indian Summer (ein letztes mal sei der idyllische Titel genannt) ist nicht nur großartig gefilmt, er hat auch mit Sam Raimi, dem Spider-Man und Tanz der Teufel-Regisseur, einen erstaunlich guten Nebendarsteller. Der richtige Film für einen trüben Sonntagnachmittag.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/indian-summer