The Room (2006)

Hinter der Tür ...

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Die Familie der jungen Melinda (Caroline Veyt) wird durch die Verachtung der Familienmitglieder untereinander beherrscht: Vater Max (Philippe Résimont) schreit nur noch rum und hasst seine Frau (Françoise Mignon), Melinda und vor allem den mongoloiden Sohn Alex (Pascal Duquenne). Der sitzt seit einem Unfall auch noch im Rollstuhl und wird aufopferungsvoll von Melinda gepflegt. Doch Melinda will das Haus verlassen; sie ist schwanger, verrät aber nicht von wem. Eines Abends taucht im ersten Stock eine seltsame Tür auf. Erst verschwindet Nachbarsjunge Benjamin (Maximilien Jouret-Maron), dann der jüngste Sohn John (Henri Luyckx). Als man Hilfe holen will, sind die Telefone tot und die Türen und Fenster verschlossen. Nacheinander verschwinden auch die Mutter und Vater Max durch die unheimliche Tür...

The Room überzeugt nur mit seiner stimmigen Kameraarbeit, die mit massivem Einsatz von Farbfiltern und Verfremdungen eine surreal-bedrohliche Atmosphäre erzeugt. Das die Familie wenig aufgeregt auf die unheimliche Tür reagiert, mag man noch hinnehmen, doch The Room macht zu vieles falsch. Zunächst einmal fällt es schwer, Sympathie für einen der Charaktere zu empfinden. Melinda eignet sich da noch am besten als hilflose und gutmütige Tochter, die alles tut, um den behinderten Alex zu schützen. Der wiederum nervt gewaltig durch sein stummes umherschauen und "Ich liebe dich" brabbeln. Auch Vater Max geht mit seinen ständigen Wutausbrüchen nicht minder auf die Nerven und die Mutter trägt im Grunde nichts zur Story bei.

Neben diversen Logikfehlern, überpräsenter Musik und einem völlig unausgegorenen Drehbuch, bietet The Room kaum etwas, weswegen der Film sich anzusehen lohnt. Schade, aus der Grundidee hätte man einen surrealen, spannenden Trip machen können. Rausgekommen ist nur ein durchschnittlicher Studentenfilm.
 

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/the-room