Die Normannen kommen

Der ritterliche Charlton Heston

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Ritter Chrysagon wird in ein kleines Dorf gesandt, um dort die Lehn (also die Herrschaft) über Land und Leute zu übernehmen. Gerade rechtzeitig, wie sich herausstellt, denn die Friesen sind gelandet und plündern. Man schlägt sie in die Flucht und wird mit mehr oder weniger offenen Armen empfangen. Doch das Blatt wendet sich, als sich Chrysagon in die Dorfschönheit Bronwyn verliebt. Deren Versprochener sieht sich das zögerliche Geturtel der Beiden eine Zeit lang an, hat er doch großen Respekt vor dem neuen Lehnsherren. Schließlich gibt Chrysagon sein Einverständnis zur Hochzeit und alles scheint gut zu enden. Doch der neue Platzhirsch ist schwer verliebt und taucht überraschend bei der Hochzeit auf, fordert sein Recht ein, die erste Nacht mit der Braut zu verbringen. Die Dörfler sind aufgebracht und laufen zu den Friesen über. Und die sind dankbar für die unerwartete Unterstützung...

Die Normannen kommen / The War Lord ist geradezu klassisches Hollywoodkino. Ein richtig schöner Historienschicken; Weichzeichner, strahlende Farben, große Gefühle, markige Sprüche, Intrigen, Studiorealismus und breitestes (breitestes!) Cinemascope. Neben der detailverliebten Ausstattung, einer elegischen, ja fasst psychedelischen Kamera von Russell Metty und der geradlinigen Regie Schaffners, gibt es aber leider auch Mängel. Seien es (heutzutage) unfreiwillig komische Momente, das pathetische Ende oder Logiklöcher (kann man über Nacht zwanzig Meter hohe Wehrtürme bauen?). Doch das alles tut dem Große-Jungs-Spaß, den dieser Klassiker bereitet, keinen Abbruch.

Die Normannen kommen kommt im schicken Schuber und hat bis auf einen Trailer leider kein Bonusmaterial.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/die-normannen-kommen