Journey to the End of the Night

Du kannst dem Schicksal nicht entkommen

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Scott Glenn spielt den Zuhälter Rosso, der mit seinem koksenden und saufenden Sohn Paul (ganz groß: Brendan Fraser) einen Nachtclub betreibt und einige krumme Dinger laufen hat. Als ihr afrikanischer Mittelsmann kurz vor einem wichtigen Koksdeal draufgeht, wird es für die zwei Geschäftsmänner heikel, den der Deal sollte beider Leben nachhaltig verändern. Blöd auch, das der Käufer nur Geschäfte mit seinesgleichen macht: Afrikanern. Kurzfristig wird Tellerwäscher Wemba (Hip Hoper Mos Def) als Kurier eingespannt. Dieser hat zwar gehörigen Schiss, aber auch genug Schneid die Sache durchzuziehen. Was Rosso nicht weiß: Sein Sohn wollte ihn von Anfang an über den Tisch ziehen und so nimmt das Unheil seinen vorbestimmten, blutigen Lauf…

Journey to the End of the Night kann man gleichsetzen mit dem ebenfalls extrem harten Running Scared, in dem The Fast and the Furious-Schönling Paul Walker (wie hier Brendan Fraser) völlig gegen den Strich besetzt wurde. In dieser Welt regiert der Stärkere, der Brutalere, der Abgebrühtere. Brendan Fraser ist es auch, der nach einigen Popcorn-Blockbustern wie Die Mumie 1 + 2 und Eve und der letzte Gentleman mit Journey to the End of the Night endgültig beweist, was er auf dem Kasten hat. Der Bursche spielt den abgefuckten, jähzornigen Paul einfach nur phantastisch. Das Journey to the End of the Night viel zu pessimistisch und düster ist, um ein Hit zu werden, spricht nur für den Schauspieler und seine Rollenauswahl. Fraser zur Seite stehen der leider zu oft in B-Pictures verheizte Scott Glenn (Backdraft, Das Schweigen der Lämmer) und der schon in 16 Blocks sehr positiv aufgefallene Mos Def. Von diesem wird man sicher noch einiges zu hören bekommen, denn sein Wemba ist ein fein gezeichneter, zwischen Gut und Böse hin und her gerissener Loser, der loyal bis zum bitteren Schluss ist.

Journey to the End of the Night ist schnelles Hochspannungskino, in dem immer etwas passiert, keine Langeweile aufkommt und fast jeder jeden bescheißt. Manche Szene könnte etwas heller sein, doch zu bemängeln gibt es hier kaum etwas. Kein Feel-Good-Movie, aber kerniges Spannungskino.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/journey-to-the-end-of-the-night