Renaissance

Paris 2054

Eine Filmkritik von Jean Lüdeke

Allzu gern wird Renaissance mit Animationsfilmen wie Sin City und Blade Runner verglichen. Wie bei diesen Vorbildern überstrahlen auch hier die spektakulären Bilder jederzeit die eher simple Detektiv-Romanze. Wer allerdings bislang fälschlich dachte, Blade Runner sei die originellste Inkarnation des "Tech Noir", Sin City das Nonplusultra einer in Extremkontrasten festgehaltenen Black-and-White-Bilderflut vom Leben und Sterben im verruchten Großstadt-Moloch und Fritz Langs berühmt-berüchtigtes Metropolis für uns nicht mehr neu zu erfinden, dem sei zu einem Blick auf dieses kleine Wunderwerk von Christian Volckman geraten. Anders als andere hoch gelobte Animationswunder wie Casshern oder der infantile The Polar Express, trifft diese beeindruckende Verschmelzung von Animation und Live-Action einen besonderen Nerv. Hier stehen sich kreative Vision, Lust am Erzählen und unbedingte Stilsucht nicht im Weg, sondern bedingen einander und erwirken eben genau die angestrebte innovative Qualität, die wirklich Erstaunen auslöst.

Obendrein bereichern extraordinäre Spielzeuge wie Hologramm-Ausweise und Unsichtbarkeits-Uniformen oder virtuelle Gefängnisse Renaissance um weitere interessante Aspekte. Die Architektur des zukünftigen Paris strahlt eine immense futuristische Eleganz aus. Kurz gesagt: Man kann sich an der Seine-Metropole gar nicht satt sehen, mag die Story auch ein wenig zu simpel gestrickt sein.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/renaissance