Gods and Monsters

Auf dem Weg in den Abgrund

Eine Filmkritik von Jean Lüdeke

"Ein gepfefferter Rückblick auf das Hollywood, das wir lieben", lobte das Fachmagazin Entertainment Weekly dieses recht verschlungene und komplizierte Hausmelodram, für das Regisseur und Autor Bill Condon einen Drehbuch Oscar erhielt; für die Schauspieler Ian McKellen und Lynn Redgrave fiel zumindest noch eine Nominierung ab. "McKellen gibt der Whale-Figur eine Fassade von schlagfertigem Witz und als Untergrund abgründige Melancholie. Alles in allem eine elegante Variation des Themas Eros und Thanatol: Porträt eines Künstlers, dessen letzte Inszenierung der eigene Tod ist", schwelgte der Spiegel zu recht über diese äußerst sensitive Charakterstudie eines Künstlers, der von den Gräueln des 1. Weltkrieges in die Grausamkeit der Glitz- und Glamourwelt Hollywoods rutscht.

Ein rührendes und tragikomisches Portrait zweier oppositioneller Darsteller, das trotz seiner bisweilen argen Dialoglastigkeit mit seiner Dramaturgie einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Denn gerade Whale wird absolut perfekt von Ian McKellen verkörpert, neben dem der sicherlich nicht untalentierte Brendan Fraser sich zu behaupten weiß.

Fazit: Sehr schöne Bilder, handwerklich sauber gefertigte Rückblenden und virulente Traumsequenzen in einem artifiziellen Mix aus Original-Filmmaterial und neu konstruierten Szenen, die sich doch stimmig zu einem kleinen filmischen Kleinod verknüpfen.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/gods-and-monsters