Wie in einem Spiegel

Menschen am Abgrund

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Der Arzt Martin (wie so oft großartig: Max von Sydow) verbringt mit seiner Frau Karin (Harriet Andersson, u.a. 2003 in Dogville zu sehen) und seinem jüngeren Schwager Peter (Lars Passgård) den Sommer auf den Orkney-Inseln. Martins alter Freund David, Schriftsteller und Vater von Karin und Peter, stößt dazu, um den Dreien ein paar Wochen Gesellschaft in der sommerlichen Idylle zu leisten. Er hat vor ein paar Jahren seine Frau an den Wahnsinn verloren, bald darauf ist sie gestorben. Das Buch, in dem er ihren Verlust verarbeitet hat, war ein großer Erfolg doch langsam merkt er, dass das Leben an ihm vorbei zieht und er droht, den Halt zu verlieren. Zu allem Überfluss hat Karin die Geisteskrankheit ihrer Mutter geerbt und es ist den Männern klar: Auch sie wird sterben.

Tatsächlich beginnt sich der Zustand der jungen Frau dramatisch zu verschlechtern. Ihr Ehemann redet ihr ein, dass alles wieder gut werden würde und das sie sich keine Sorgen machen bräuchte, doch eines Tages findet sie Martins Tagebuch und erfährt so die schreckliche Wahrheit…

Bergmans sechzehnter Spielfilm punktet erneut mit großartigen Schwarzweiß-Bildern und durchleuchtet mit minimaler musikalischer Untermalung die Einsamkeit und das persönliche Waterloo seiner Protagonisten.

Leider ist das Bonusmaterial nicht sehr umfangreich: Die zigste Ingmar Bergman-Biografie, Produktionsnotizen und Trailer. Schwach, aber besser als gar nichts. Und wahre Bergman-Fans wird die Ausstattung der DVD sowieso nicht schrecken.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/wie-in-einem-spiegel