Dance with a Stranger

Kühle Chronik einer Amour Fou

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Mike Newells bei den Filmfestspielen von Cannes ausgezeichneter Film Dance with a Stranger bedeutete für die Schauspielerin Miranda Richardson den Start einer glanzvollen Karriere. Und auch der später vielfach prämierte Regisseur Mike Newell (Harry Potter und der Feuerkelch, Mona Lisas Lächeln, Donnie Brasco) feierte mit seiner ebenso kühlen wie meisterhaften Beschreibung einer im wahrsten Sinn des Wortes unmöglichen Liebe seinen internationalen Durchbruch.

Der Film basiert übrigens auf der wahren Lebensgeschichte von Ruth Ellis, die 1955 in England nicht nur wegen ihrer Verzweiflungstat, sondern auch aus einem anderen Grund zu trauriger Berühmtheit gelangte – sie war die letzte Frau in Großbritannien, die hingerichtet wurde. Insofern ist Dance with a Stranger mehr als nur die Beschreibung einer reinen Amour, denn der Film zeigt zugleich die Rahmenbedingungen, die aus einer Verbindung zweier Menschen erst gesellschaftlichen Sprengstoff machen. Gut, dass diese Zeiten vorbei sind und noch besser, dass wir uns gelegentlich wieder daran erinnern.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/dance-with-a-stranger