Don't Move

Melodramatik aus Italien

Eine Filmkritik von Mike Swain

Auf dem Weg zu seiner Frau hat Timoteo in einer gottverlassenen Gegend eine Autopanne. Während er versucht einen Pannendienst aufzutreiben, trifft er auf das Zimmermädchen Italia (Penélope Cruz). Sie bietet ihm an ihr Telefon zu benutzen, um einen Automechaniker anzurufen. Timoteo folgt ihr und vergewaltigt sie. Nicht unbedingt ein hoffnungsvoller Auftakt zu einer Beziehung, sollte man meinen. Doch später erfährt der Zuschauer, das Italia diese Form der Sexualität schon seit ihrer frühen Kindheit kennt. Timoteo besucht Italia weiterhin und langsam entwickelt sich zwischen dem ungleichen Paar eine Leidenschaft und echte Liebe, die eigentlich nur tragisch enden kann, als Timoteo erfährt, dass seine Frau Elsa (Claudia Gerini) schwanger ist.

Don’t Move wurde vom italienischen Schauspieler aus einem Roman seiner Ehefrau Margaret Mazzantini entwickelt. Eines muß man Castellitto lassen, er bettelt nicht darum, dass sich der Zuschauer mit seinem Helden identifiziert. Timoteo ist ein lügender, kleiner Frauenheld mit einer Neigung zu sexueller Gewalt, der immer wieder in den entscheidenden Situationen versagt und sich und andere so ins Elend reißt.

Eine kaum erkennbare Penélope Cruz liefert in Don\'t Move den Beweis, dass sie tatsächlich eine große Schauspielerin ist. Auf verzehrt geschminkt, mit einer Lücke zwischen den Zähnen, einem Storchengang, der teilweise schon grotesk wirkt und bekleidet mit Fummeln, die direkt aus dem Fundus der Wham-Tour von 1982 stammen könnten, spielt sie eine starke Frau, die sich nicht von den Widrigkeiten ihres Lebens zerstören lässt. Die Transformation des Sexsymbols aus der Traumfabrik Hollywood ist jedenfalls erstaunlich anzusehen.

Don’t Move hat seine starken Seiten, auch wenn manchmal etwas zuviel Melodramatik ins Spiel kommt. Insgesamt ist der Film eine handwerklich gut umgesetzte Darstellung einer unmöglichen Liebe, die durch die starken Hauptdarsteller zumindest streckenweise überzeugen kann.

Die DVD enthält reichhaltiges Bonusmaterial mit einer Gesamtlänge von 42 Minuten, darunter ein schönes Behind The Scenes und nicht verwendete Szenen, die dem Film auch weitere Facetten hinzugefügt hätten. Auch das Bild und der Ton sind überdurchschnittlich; die Farben sind satt und kräftig und die Konturen scharf.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/don-t-move