Après La Vie – Nach dem Leben

Lucas Belvaux’ Abschluss der Trilogie

Das diffizile Arrangement mit dem Gangsterboss bröckelt, als der flüchtige Terrorist Le Roux (Lucas Belvaux) auftaucht und von diesem Hilfe fordert. Jacquillat fürchtet den früheren Kampfgefährten und verlangt, dass Pascal ihn tötet. Als der Polizist sich weigert, bekommt er von Jacquillat fortan keinen Stoff mehr. Als die Quelle für das Rauschgift versiegt ist, wird Agnès immer verzweifelter. Auf ihrer Suche nach einem Schuss begegnet sie zufällig dem Terroristen Le Roux, der ihr das Leben rettet. Ein Kampf um das Leben beginnt, denn wenn sie den Gesuchten verrät, kann sie sich selbst retten. Doch ist es das alles noch wert?

Mit dem Melodram bzw. der waschechten Tragödie Après La Vie – Nach dem Leben beendet der Regisseur Lucas Belvaux, der auch die Rolle des skrupellosen Terroristen Le Roux spielt, seine höchst vergnügliche und zum Nachdenken anregende Trilogie, die neben diesem Film noch auf Un Couple Épatant – Ein tolles Paar und Cavale – Auf der Flucht besteht. In diesem letzten Film rücken endgültig die drogenabhängige Lehrerin Agnès und ihr Mann Pascal, die in den anderen Filmen als Nebenfiguren auftauchten, in den Mittelpunkt des Geschehens. In ihrer Geschichte enthüllt sich das tragische Geheimnis einer nach außen gutbürgerlichen Beziehungen, die tatsächlich aber von Leid, Schmerz und Sucht geprägt ist. Durch die Tiefe der Charaktere, die in den Sinnzusammenhängen der beiden vorangegangenen Filme sehr unterschiedlich wirkten, erhält die Trilogie eine fast zwangsläufig wirkende Wendung in die ganze Tragik des menschlichen Daseins, die im Nachhinein die beiden anderen Filme relativiert und gegen den (Genre-)Strich bürstet. Der würdige Abschluss eines sehenswerten Experiments.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/apres-la-vie-nach-dem-leben