Marseille

Auf dem Weg zur Selbstfindung

Konsequent verfolgt die Autorenfilmerin Angela Schanelec auch bei ihrem mittlerweile vierten Spielfilm ihren eingeschlagenen Weg abseits gängiger Erzählmuster und gefälliger Bilder. Eine Experimentierlust, die es freilich bei Publikum und Filmkritik schwer hat – zu schwer, zu "innerlich" und unzugänglich erscheinen die Filme. Ein Grundproblem bei Angela Schanelecs Filmen besteht für einen Großteil des Publikums vor allem darin, dass die Figuren und Situationen zu fremd, zu distanziert bleiben, um eine Identifikation zuzulassen, andererseits aber für die thematisierten Fragestellungen der Selbstfindung ein hoher Grad an Identifikation notwendig wäre. Schwere Kost, die zu sehr im Ungefähren und Abstrakten bleibt, um wirklich fesseln zu können.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/marseille