Am Tag als Bobby Ewing starb

Die wilden Achtziger

Eine Filmkritik von Gesine Grassel

Als Sozialarbeiterin Gesine die Gruppe verlassen will, ergänzen die Städter Hanne (Gabriela Schmeide) und ihr Sohn Niels (Franz Dinda) die Kommune in Brokdorf. Inmitten der norddeutschen Einöde kommen sich nicht nur Peter und Hanne näher. Ihr Sohn Niels will sich nicht an das alternative Leben ohne Gewalt, Fleisch, Atomstrom und gemeinschaftliches Nacktbaden gewöhnen. Er schließt sich einer Clique um Bürgermeistertochter Martina (Luise Helm) an. Schnell protestieren die Jugendlichen auf ihre ganz eigene Art gegen das Establishment. Mit den Aktionen bringen sie das Leben in Dorf und Kommune durcheinander und provozieren sogar den Fortbestand der Kommune.

Am Tag als Bobby Ewing starb ist ein erfrischender Film über eine Protestbewegung, der erst die Reaktorkatastrophe 1986 Recht gab. Das Ensemble verleiht dem Film viel Kuriosität, beeindruckt daneben durch Authentizität und eine gehörige Portion Humor. Regisseur Lars Jessen portraitiert eine Gruppe, die in ihrer eigenen Protesthaltung verwachsen ist und ihr eigentliches Ziel fast aus den Augen verliert. Viele kleine Seitenstränge geben der Geschichte immer wieder neue Impulse. Am Tag als Bobby Ewing starb wurde beim Max-Ophüls Festival 2005 als bester Spielfilm ausgezeichnet und lief erfolgreich im Programm der Berlinale. Eine äußerst unterhaltsame Zeitreise durch die alternativen Zeiten der Friedensbewegung.
 

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/am-tag-als-bobby-ewing-starb