Kick it like Beckham

Der Traum vom Fussball und ...

Kick it like Beckham ist trotz der problematischen Grundsituation eines Mädchens zwischen den Kulturen eine gut gelaunte Feel-Good-Komödie, bei der Probleme lediglich dazu da sind, möglichst schnell und mittels eines Doppelpasses oder eines Hackentricks gelöst zu werden. Klar, die ach so ernsthaften Kritiker kreiden dem Film – natürlich – heftig an, dass er zwar eine ganze Reihe von durchaus interessanten Fragen aufwirft, doch diese lediglich oberflächlich behandelt. Sie vergessen allerdings, was der Film ist und will – eine liebevolle und leichtfüßige Komödie, die allemal mehr Spaß macht als ein Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft, und ein Film, der trotzdem im gesellschaftlichen hier (also England) und jetzt verortet ist. Besonders witzig ist der Film immer dann, wenn er das fast schon befürchtete Betroffenheitsgesülze über die Schwierigkeiten der Integration locker an die Wand spielt. Zum Beispiel als sich Jess auf dem Fußballplatz plötzlich ihrer in Saris gekleideten Verwandtschaft gegenüber sieht.

Besonders deutlich werden die Unterschiede zwischen Filmen dieser Art in Großbritannien und Deutschland, wenn man Kick it like Beckham und Das Wunder von Bern als prototypische Beispiele für einen Fußballfilm heranzieht. Auf der einen Seite ein leichtfüßiger Film, der die Subthemen Integration und multikulturelle Gesellschaft mit viel Spaß an der Sache behandelt, auf der anderen ein schweres, geschichtsschwangeres Werk über die Nachkriegsgeneration und den mühsamen Kampf um die deutsche Identität nach dem Trauma des Zweiten Weltkrieges. Andererseits jagt einem die Vorstellung, eine ähnlich geartete Komödie hätte es aus deutschen Landen gegeben, allein schon durch den mutmaßlichen Titel die Angstschauer über den Rücken – „Bolz wie Ballack“. Nee, wirklich...

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/kick-it-like-beckham