Dogtown Boys – Lords of Dogtown

Die Geburt des Skatens aus dem Geist der Revolte und der Langweile

Bereits im Jahr 2002 hatte der Film Dogtown and Z-Boys eben jener Surf und Skate-Legende Stacy Peralta die Entstehung des Skate-Kults dokumentarisch aufgearbeitet und in Riding Giants vom gleichen Regisseur konnte der extremsport-interessierte Zuschauer unlängst die faszinierende Welt des Surfens kennen lernen. Mit Dogtown Boys – Lords of Dogtown kommt nun als Abschluss des Skate- und Surf-Hypes auch noch ein Spielfilm in die Kinos, so dass jetzt also nahezu jeder Aspekt der Szene abgedeckt sein dürfte. Ein Schuft, wer dabei an eine optimale Nutzung der Wertschöpfungskette denkt. Peralta auf jeden Fall war an allen drei Filmen beteiligt, im Falle von Dogtown Boys zeichnet er – wer sonst – für das Drehbuch verantwortlich und strickt somit weiter am eigenen Mythos.

Tony Alva (Victor Rasuk), Stacey Parelta (John Robinson) und Jay Adams (Emile Hirsch) sind eine Gruppe tougher, junger Surfer, die schon lange als unerschrockene und aggressive Wellenreiter bekannt sind. Trotzdem müssen sie sich immer wieder gegen die lokalen Surf-Größen Skip Engblom (Heath Ledger) und Chino (Vincent Lareska) behaupten. Als Skip entdeckt, was die Jungs mit ihren Skateboards alles veranstalten können, ist er Feuer und Flamme und formt aus den Adrenalinjunkies die Z-Boys, benannt nach seinem Zephyr-Surfshop, um die Skate-Wettbewerbe aufzumischen. Der lockere Lebensstil der Z-Boys löst einen Boom und eine Kommerzialisierung der Szene aus, so dass die Freundschaft alsbald auf dem Prüfstand steht...

Filmisch liefert die Regisseurin Catherine Hardwicke so ziemlich genau das ab, was man erwartet, eine exklusive Besetzung mit den kommenden Hollywood-Jungstars (unter anderem dem gerade schwer angesagte Heath Ledger), die sich liest wie das Who’s Who aus dem Jahre 2008, extreme Skate-Stunts, eine mehr oder minder wacklige und raue Handkamera und natürlich reichlich authentische Rockmusik, die nahezu alles versammelt, was in den Siebzigern angesagt war. Das ist alles nett und flott anzusehen, doch packt nicht wirklich immer, denn abgesehen von der wilden Prä-Punk-Skate-Szene glaubt man, die Story von Aufstieg und Fall, von Revolte und Kommerz in x-facher Ausfertigung bereits gesehen zu haben, mit herzlichen Grüßen von Almost Famous, Quadrophenia, American Graffiti und anderen jugendbewegten Filmen. Was bleibt, ist ein nostalgischer Blick zurück, mehr nicht. Da wagte und polarisierte Ken Park deutlich mehr.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/dogtown-boys-lords-of-dogtown