Die Reise der Pinguine

Überleben in der Antarktis

Eine Filmkritik von c des Bildes: Jérôme Maison / Bonne Pioche

Mit über 1,4 Millionen begeisterten Zuschauern avancierte Die Reise der Pinguine zum erfolgreichsten Dokumentarfilm der deutschen Kinogeschichte und erhielt obendrein den Regie-Oscar: Eigentlich hätten den die Protagonisten verdient gehabt, doch erwiese sich dies als doch etwas komplizierteres Unterfangen bezüglich der Massen-Ehrung, des nicht stark genug klimatisierten Übergabeortes sowie den Sprachverständigungen während der Laudatio.

Eigentlich besitzen Dokumentationen beim Kinopublikum ein schweres Standing und bleiben in TV-Domänen gefangen. Aber richtige Mammut-Produktionen erreichen im deutschen Kino eine hohe Trefferquote wie Deep Blue oder Mikrokosmos beweisen. In diese Reihe von Erfolgen fügt sich Luc Jacquets Wander-Arie nahtlos ein: Die Dokumentation über das im Grunde doch recht eintönige Leben und Leiden der Kaiserpinguine eroberte amerikanische Tierherzen im Sturm und platzierte sich auch schnell in die Top 10 der deutschen Kino-Charts.

Im Frühjahr beginnt in der lebensfeindlichen, antarktischen Gegenwelt der alljährliche Parforcegang der Kaiserpinguine. In Scharen verlassen sie den schützenden Ozean und pilgern in Karawanen zu ihren Brutplätzen. Wie die putzigen Watschler trotz der sich ständig ändernden Umgebung immer einen neuen Weg durch diese Schrecken des Eises und der Finsternis finden, bleibt bis heute ein Rätsel: Denn kurioserweise erreichen die einzelnen Gruppen nach einem wochenlangen Marsch nahezu synchron das gemeinsame Ziel. Nun folgt sie bis Mai andauernde Paarungszeit mit ausschließlich geschmolzenem Schnee als "Nahrung". Danach legt das Weibchen ein einziges Ei, und die wirklich lebensbedrohlichen Prüfungen stehen erst noch bevor…

Für das Film-Team war es jedoch auch nicht gerade eine karibische Traumzeit, denn Regisseur Luc Jacquet und sein Team verfolgten das spartanische Dasein der Kaiserpinguine im desolaten Eis lange 14 Monate. Das Resultat: Eine beherzte Dokumentation, die eine gute und lehrreiche Geschichte zu erzählen vermag, ohne auch nur eine Minute Langeweile aufkommen zu lassen. Und diese Geschichte erzählen die Pinguine mitunter selbst; via plakativer Bilder und diverser Erzähler. Das klingt bisweilen zwar sehr albern und infantil, aber was soll’s: das Gesehene ist großes Glück genug.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/die-reise-der-pinguine