Polly Blue Eyes

Aus dem Leben einer kleinkriminellen Familie

Rotzig-frech und voller durchgedrehter Typen und schräger Situationen, so präsentiert sich Tomy Wigands dritter Film Polly Blue Eyes, der irgendwo zwischen Gaunerkomödie, Coming-of-Age-Geschichte und Sozialdrama hin- und her schwankt und der lange Zeit trotz des flapsigen Erzähltons, solider Slapstick-Einlagen und begeisternder Schauspieler etwas unentschlossen wirkt. So sind es vor allem die Darsteller, die hängen bleiben und die oftmals etwas konfuse Story retten, allen voran Susanne Bormann und Ulrich Noethen, den man am Anfang kaum wiedererkennt. Aber auch Meret Becker als durchgeknallte Mutter und Maxi Warwel als nymphomane Schwester sind sehenswert und geben dem flotten Film ordentlich Drive. Die zahlreichen Ungereimtheiten der Story fallen so weniger ins Gewicht als bei manch anderem Werk, ärgern aber doch. Der sehr undeutsche und mitunter recht bissige Humor des Films aber sorgt zumindest für 101 Minuten für gute Laune. Für Freunde ebendiesen Humors ein unterhaltsamer Film, die Fans lupenreiner Genrefilme werden sich vermutlich eher die Haare raufen.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/polly-blue-eyes