Weiße Raben – Alptraum Tschetschenien

Der Krieg, der keiner sein darf

Die beiden Filmemacher Johann Feindt und Tamara Trampe haben für Weiße Raben - Alptraum Tschetschenien über mehrere Jahre hinweg die Soldaten beobachtet, die traumatisiert und an Leib und Seele verkrüppelt keinen Platz mehr finden in einer Gesellschaft, die sie nicht haben will. Doch sie sind – und das verschweigt der Film keinesfalls – nicht nur Opfer der Regierung, sondern sie werden auch zu Tätern, was allerdings nur am Rande gestreift wird. Und selbst bei diesen Bildern ahnt man, dass das wahre Grauen in Tschetschenien um ein Vielfaches größer sein muss.

Das einzige offensichtliche Manko des Films ist, dass es den beiden Filmemachern verboten war, in Tschetschenien selbst zu drehen, so dass sie darauf angewiesen sind, den Konflikt von der „Heimatfront“ aus zu werten und zu beurteilen. Der Schrecken entsteht so im Kopf, durch quälende Interviews und Erzählungen der jungen Soldaten. Eine konkrete politische Analyse unterbleibt so freilich, denn es fehlen die Stimmen der anderen Seite, der Tschetschenen. Und ebenso bleiben die Hintergründe des Konfliktes und die Motive der russischen Regierung im Dunkeln, den Krieg auf diese Weise weiterzuführen. So ist Weiße Raben – Alptraum Tschetschenien das schockierende Dokument der Situation der russischen Kriegsheimkehrer, darüber hinaus aber hat der Film wenig an neuen Ansätzen zu bieten.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/weisse-raben-alptraum-tschetschenien