Casanova

Nichts Neues vom Womanizer

Lasse Hallström schert sich in seinem neusten Film Casanova herzlich wenig um historische Wahrheiten, sondern inszeniert seine Geschichte bewusst als großes Kinomärchen mit deutlichen Anleihen bei der italienischen Stegreifkomödie, der Commedia dell’Arte. Die tatsächliche Person Giacomo Casanovas ist hier lediglich eine Blaupause für überbordende Ideen und – man kann es leider nicht anders sagen – auch manches Klischee. Historisch-kritische Geister dürften also wenig Gefallen an dieser Komödie finden. Wer allerdings Kinounterhaltung mit farbenprächtigen Kostümen in der unvergleichlichen Atmosphäre Venedigs und mit wenig Anspruch sucht, dürfte bestens bedient sein – auch deswegen, weil der Handlungsverlauf in dieser oder ähnlicher Form („unwiderstehlicher Verführer trifft auf begehrenswerte, aber spröde Frau, was seinen Ehrgeiz anstachelt“) schon dutzendfach aus anderen Film bekannt ist. Doch wie so häufig erweist sich auch in diesem Fall die Fiktion als weitaus unterhaltsamer und romantischer als die schnöde Wirklichkeit. Denn Giacomo Casanova war kein Rebell, sondern diente der \"Serenissima\" treu ergeben. Nur ist das freilich weniger sexy. Allerdings werden auch diese kleinen künstlerischen Freiheiten wohl kaum etwas am Mythos Casanova ändern können. \"Echte Männer\" stehen halt immer hoch im Kurs.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/casanova