The Producers

Bunt, bombastisch, bodenlos - willkommen am Broadway, willkommen in New York City!

Eine Filmkritik von Gesine Grassel

Die Suche nach einem schlechten Stoff und garantierten Kassengift beginnt. Schnell stoßen die beiden auf das Musical „Springtime for Hitler – A Gay Romp with Adolf and Eva in Berchtesgaden“, was nicht einmal den Premierenabend überleben soll. Soweit der Plan. Max and Leo verbünden sich mit dem Autor des Stückes, Franz Liebkind (Will Ferrell), der auf einem Hausdach Brieftauben züchtet, sich als Nazi-Fan outet und die beiden Produzenten erst einmal auf Hitler schwören lässt. Jetzt fehlt nur noch ein Regisseur, der auch das beste Stück nicht zum Erfolg machen kann. Die Wahl fällt auf den schwulen Roger DeBris, der mit seiner männlichen Lebensgefährtin und allerlei skurriler Gestalten in einer Villa voll Prunk und Kitsch haust. Die schwedische Schauspielerin Ulla (Uma Thurman) komplettiert das Team mit der Lizenz zum Scheitern.

Während die Proben beginnen, sich Ulla und Leo verlieben und die Macken der Beteiligten das Projekt fast scheitern lassen, erlebt der Kinozuschauer zweieinhalb Stunden bissigen Humor und cineastisches Feingefühl aus sicherer Entfernung. Regisseur Mel Brooks bearbeitete seinen oscarprämierten Film von 1968 und das darauf basierende Broadway-Musical neu und fügte beides zu einem Broadway-Musical-Film zusammen. Die Darsteller des kleinen Schauspielerensembles, allesamt große Stars in der Traumfabrik, überraschen und beeindrucken durch Gesang, Tanz und den mitreißenden Spaß, den sie miteinander haben. Das Sujet NS-Zeit in Deutschland ist heikel, aber die anfänglichen Sorgen und Vorbehalte gegenüber einer Nazi-Persiflage im Broadway-Kostüm räumt Brooks überzeugend aus der Welt. Er spielt mit Klischees und inszeniert so betont an der Realität vorbei, dass die Skepsis schnell dem Spaß weichen muss. So ist vor allem das Stück im Film, eine schonungslose und rabenschwarze Parodie auf den Nationalsozialismus, ein Hingucker und Hinhörer.

Auch wenn The Producers manchmal politisch nicht ganz korrekt ist und man hier und da an die Belastbarkeitsgrenze des guten Geschmackes stößt, braucht sich niemand angegriffen zu fühlen. Der Film nimmt alles auf die Schippe, besonders sich selbst. Ein schwuler Hitler passt dabei genauso treffend in die Handlung wie das überraschende Ende des Films. Neben aller Komik schließt sich der filmische Kreis durch die Freundschaft der zwei Männer und Geschäftspartner. Der moralische Aspekt, dass man Freunde in Notlagen nicht hängen lässt und füreinander einsteht, ist subtil aber passend verpackt.

The Producers ist ein strahlendes Farbenfeuerwerk wie Moulin Rouge, ein musikalischer Ohrwurm wie Chicago und eine menschlich anrührende Freundschaft wie Ein seltsames Paar. Ein Film, bei dem man auch den kompletten Abspann verfolgen sollte…

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/the-producers