La Raison du plus faible

Auf der schiefen Bahn

Eigentlich ist es eine Geschichte, die ganz klein anfängt: In einer seelenlosen grauen Stahlstadt treffen sich die Freunde Patrick, Jean Pierre, Robert und Marc regelmäßig in einer Kneipe zum Kartenspielen. Jeder von ihnen ist auf seine Weise ein Gestrandeter, einer, dem das Leben und die Gesellschaft übel mitgespielt haben. Das liebe Geld ist beständiges Thema, vor allem, weil es bei allen Mitgliedern der Kartenrunde nicht reicht. Als das Mofa von Patricks Frau Carola schließlich kaputt geht und das Ersparte trotz harter Plackerei nicht für einen Ersatz reicht, beschließen die – mit Ausnahme von Patrick – eigentlich kreuzbraven Männer, einen Raubüberfall zu unternehmen, um an Geld heranzukommen. Mit äußerster Akribie plant die Runde den Coup, doch schnell wird klar, dass ihr Abrutschen ins kriminelle Milieu ihr Leben verändern wird. Der Überfall endet schließlich in einer Katastrophe…

Der Hollywood Reporter kann dem Film von Lucas Belvaux wenig Gutes abgewinnen und findet ihn geradezu „lächerlich unplausibel“. ARTE hingegen lobt den Film und schwärmt vor allem von Belvaux’ feinen Gespür für gesellschaftlich relevante Themen, denn der Absturz der eigentlich harmlosen Kartenspieler spiegelt die Verelendung einer Gesellschaft wieder, in der der Begriff Sozialstaat längst nur noch als Kostenfaktor angesehen wird. Variety fühlt sich bisweilen an Ken Loach und die Vorjahressieger Dardenne (L’Enfant) erinnert und bescheinigt Belvaux große Authentizität und eine gelungene Inszenierung. Nach dem Sieg der Gebrüder Dardenne im letzten Jahr scheint es aber eher unwahrscheinlich, dass La Raison du plus faible / The Right of the Weakest mit dem Ausgang des Wettbewerbs allzu viel zu tun haben dürfte

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/la-raison-du-plus-faible