Arthur und die Minimoys

Die Abenteuer des Monsieur Besso

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Die Geschichte von Arthur und die Minimoys / Artur et les Minimoys, dem bis dato teuersten europäischen Animationsfilm aller Zeiten, folgt zunächst den bekannten Erzählmustern von Kindergeschichten: Der Film beginnt in der realen Welt, in der der 12-jährige Arthur (Freddie Highmore) seine Ferien auf dem Lande bei seiner Großmutter (Mia Farrow) verbringt. Dort brütet der Junge lange Stunden über den Tagebüchern und Aufzeichnungen seines Großvaters Archibald, der seit einer Expedition nach Afrika als verschollen gilt. Fasziniert folgt Arthur den Spuren seines Opas und träumt davon, den sagenhaften Rubin-Schatz zu entdecken, der irgendwo im Garten versteckt sein soll.
Das Geld, das der geheimnisvolle Schatz einbringen würde, wäre aber auch bitter nötig, denn seit dem Verschwinden von Archibald ist Arthurs Großmutter das Geld ausgegangen. Und so droht nun der Rausschmiss, denn ein skrupelloser Immobilienhai will den Hof erwerben und an dieser Stelle ein Einkaufszentrum einrichten. Binnen 48 Stunden muss nun die Summe aufgetrieben werden, eine Frist, die denkbar knapp ist. Jetzt können eigentlich nur noch die Minimoys helfen, jenes geheimnisvolle Zwergenvolk, das sein Großvater einst bei einer seiner Reisen entdeckte. Doch die Welt der Minimoys offenbart sich nur innerhalb eines genau bemessenen Zeitfensters, und als es Arthur gelungen ist, auf wenige Millimeter Größe geschrumpft, das Königreich unter der Erde zu betreten, warten dort nicht nur die atemberaubende Prinzessin Selenia und ihr schusseliger Bruder Beta auf ihn, sondern auch der Tyrann Maltazard, der Finsteres gegen die Minimoys im Schilde führt…

Es ist einige Monate her, da kündigte Luc Besson an, nach dem abenteuerlichen Ausflug in die Welt des Animationsfilmes, der ihn mehr als sieben Jahre beschäftigte und der praktischerweise auf selbst geschriebenen Kinderbüchern basierte, dem Regiestuhl ein für alle Mal „Au revoir“ zu sagen und sich fortan aufs Produzieren zu beschränken. Mittlerweile aber will Besson, möglicherweise beflügelt durch den Erfolg von Arthur und die Minimoys / Artur et les Minimoys an den heimischen Kinokassen, von Rückzugsgedanken nichts mehr wissen – im Gegenteil. Im Jahre 2009 soll Arthur und die Rache des Maltazard ins Kino kommen, ein Jahr später –so die Ankündigung – Arthur und der Krieg der zwei Welten.

Tricktechnisch bewegt sich Arthur und die Minimoys / Artur et les Minimoys auf höchstem Niveau, die Verknüpfung von realen Filmaufnahmen und 3D-Animationen ist mehr als gelungen und auch beim Look der Welt der Minimoys gibt es zahlreiche, liebevoll gestaltete Details zu entdecken. Und nicht zuletzt kann auch die Geschichte der Abenteuer des sympathischen kleinen Jungen punkten, die zwar immer wieder an Vorbilder wie Alice im Wunderland erinnert, den bekannten Versatzstücken aus Kinderbuchklassikern aber durchaus neue Aspekte hinzufügen kann. In Deutschland dürfte auch die Tatsache, dass mit Bill Kaulitz von Tokio Hotel und Nena sehr bekannte Synchronstimmen gewonnen werden konnten, bei den kleinen Fans für einigen Zuspruch sorgen. Angesichts mancher doch etwas gruselig geratener Sequenzen sei aber darauf hingewiesen, dass die FSK-Freigabe ab 6 Jahren keinesfalls mit einer Altersempfehlung gleichzusetzen ist.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer-streaming/arthur-und-die-minimoys