Am Limit

Balancieren am Abgrund

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Pepe Danquart und bis zu vier Kameramänner begleiteten die "Huberbuam" auf ihren Touren, die sie unter anderem nach Patagonien und in den Yosemite Nationalpark führten, wo unter anderem die 1000 Meter hohe, nahezu senkrechte Felswand "The Nose" des "El Capitan" auf die Kletterer wartete – ein nahezu unbezwingbar wirkender, mächtiger Wall aus Granit, den Alexander und Thomas in Rekordzeit zu besteigen planten. Dank enormer Anstrengungen gelingt es Pepe Danquart, atemberaubende Bilder von diesem Abenteuer vor einer grandiosen Kulisse auf die Leinwand zu zaubern, die unglaubliche Einblicke in einen faszinierenden Sport gewähren. Bei den Bildern der waghalsigen Klettereien in Schwindel erregenden Höhen kommt man aus dem Staunen nicht so schnell heraus.

Doch Danquart verharrt nicht allein an der Oberfläche, die eingestreuten Interviews geben zudem Einsichten in die Gedankenwelt der beiden wagemutigen Brüder und legen die Motivationen für deren Besessenheit offen. Bemerkenswert freimütig erzählen sie von ihren Träumen, Wünschen und Hoffnungen, ihrem manchmal nicht ganz unproblematischen Verhältnis zueinander und ihren Ängsten und Wünschen. Somit geht der Film wie bereits die vorangegangenen Teile weit darüber hinaus, eine Dokumentation über eine Sportart zu sein, Am Limit zeigt, was uns Menschen antreibt, immer wieder neue und extreme Erfahrungen zu suchen. Man kann nur hoffen, dass Alexander und Thomas Huber eines Tages die Ruhe finden werden, um nicht ständig aufs Neue solche halsbrecherischen Herausforderungen suchen zu müssen.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/am-limit