Sterben für Anfänger

Zum Totlachen

Beerdigungen, zumal die von nahen Anverwandten, sind eine todernste und –traurige Angelegenheit und bestimmt kein Anlass für ungeahnte Heiterkeitsausbrüche – außer es handelt sich um eine ebenso bitterböse wie steinreiche Erbtante im 95. Lebensjahr.
Kein Wunder also, dass Daniel (Matthew MacFadyen) wenig Grund zur Heiterkeit hat, denn vor wenigen Tagen hat sein Vater das Zeitliche gesegnet und heute ist der Tag der Beerdigung. Daniel, der immer noch zuhause lebt, ist schon reichlich nervös, denn er soll die Trauerrede auf den Verstorbenen halten, und wer wie er einen erfolgreichen Schriftsteller als Bruder hat, der ahnt natürlich, dass seine Worte niemals an die Elogen des in New York lebenden Autors heranreichen werden. Doch leider ist das nur das geringste seiner Probleme, wie sich bald herausstellen wird, denn als der Leichnam vom Bestattungsinstitut angeliefert wird, verrät ein schneller Blick in den Sarg, dass der Verblichene zwar ordentlich hergerichtet, adrett gekleidet und gut frisiert ist – nur ist es nicht sein Vater, der dort im Sarg liegt. Aber auch das ist nur der Beginn eines Tages, wie er turbulenter nicht sein könnte und wie er so sicherlich nicht geplant war. Das Unglück nimmt seinen weiteren Verlauf, als Daniels hochnäsiger Schriftsteller-Bruder Robert (Rupert Graves) aus New York anreist und erst einmal verdeutlicht, dass er keineswegs gedenkt, sich an den Kosten für die würdevolle Beerdigung zu beteiligen- immerhin pflege er einen aufwändigen Lebensstil, der nahezu alle immensen Einnahmen verschlinge – auch ein Argument. Schade nur, dass Daniel wegen des Rückziehers auf sein Angespartes zurückgreifen muss, das eigentlich für den Erwerb eines Eigenheims gedacht war, da seine Frau Jane (Keeley Hawes) sich mittlerweile spinnefeind mit Daniels Mutter Sandra (Jane Asher) ist.

Zu guter Letzt taucht auch noch Daniels Cousine Martha (Daisy Donovan) mit ihrem Verlobten Simon (Alan Tudyk) auf, den wiederum Marthas Vater Victor (Peter Egan) auf dem Kieker hat. Als der hypersensible Simon statt einer Valium aus Versehen eine halluzinogene Droge aus der Giftküche von Marthas Bruder Troy (Kris Marshall) einwirft, ist für ihn der Tag vollends gelaufen und sein Schweigervater in spe mehr denn je davon überzeugt, einen ausgewachsenen Volltrottel vor sich zu haben. Und schließlich ist da noch der geheimnisvolle kleine Unbekannte (Peter Dinklage), der dem sowieso völlig entnervten Daniel auch noch anvertraut, dass er der heimliche Geliebte des Verstorbenen war und dass er für sein Schweigen entsprechend belohnt werden möchte. Was für eine Bescherung…

Zugegeben: Bisweilen erscheinen die verschiedenen Handlungsstränge dieser herrlich deftigen britischen Komödie ein wenig überladen und folgen vor allem dem Prinzip, dem vorangegangenen Gag immer noch einen zündenderen aufsetzen zu wollen, was leider nicht immer gelingt. Trotzdem aber ist Sterben für Anfänger / Death at a Funeral von Frank Oz eine über weite Strecken höchst vergnügliche Komödie, die ohne allzu viel Anspruch einfach eineinhalb Stunden Spaß bereitet. Auch wenn manchen Kritikern der Humor nicht britisch genug ist und diese die Ursache in Frank Oz’ langem Wirken in den USA ausmachen - Sterben für Anfänger / Death at a Funeral ist eine sehr respektlose, furchtbar britische Komödie zum Totlachen und mit Sicherheit nichts für Menschen, denen Pietät in jeder Lebenslage über alles geht. Wer hierin allerdings ein schändliches Spiel mit dem Respekt gegenüber Toten vermutet, dem sei versichert, dass es in jedem drittklassigen Action-Film respektloser zur Sache geht. Zugleich sind es vor allem die Lebenden und deren Marotten, über die sich Sterben für Anfänger / Death at a Funeral lustig macht. Und dazu besteht ja auch nach wie vor Grund genug…

Übrigens: Wer sich fragt, woher ihm der Name des Regisseur so verdammt bekannt vorkommt – Frank Oz hat nicht nur Filme wie In & Out oder Bowfingers große Nummer realisiert, er ist vor allem einer der kreativen Köpfe hinter Jim Henson’s Muppets Show.

(Joachim Kurz)

Verlosung

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Markus Loos war ein Jahr lang für einen großen Bestattungskonzern in Deutschland tätig. Während dieser Zeit beschäftigte er sich nicht nur mit dem Geschäft, sondern vor allem mit den Menschen. In keiner anderen Branche gibt es so viele Heuchler wie hier, und nirgendwo liegen unfreiwillige Komik und Tragik so dicht beieinander. Auch in diesem Geschäft dreht sich alles um das liebe Geld. Ausführlich schreibt der Autor, wie die Kunden über den Tisch gezogen werden und vieles mehr.

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Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer-streaming/sterben-fuer-anfaenger