Todeszug nach Yuma

Wiederbelebung eines Westerns aus Hollywoods klassischer Ära

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Russell Crowe spielt in Mangolds Remake den gefürchteten Revolverhelden und Bandenchef Ben Wade, der mit seiner Gang Angst und Schrecken verbreitet. Als er eines Tages eine Postkutsche überfällt und – mit Ausnahme des Kopfgeldjägers Byron McElroy (Peter Fonda), der einen Bauchschuss erleidet - alle Anwesenden tötet, wird er von dem braven Farmer Dan Evans (Christian Bale) beobachtet. Evans, der seit einer Schussverletzung aus dem Bürgerkrieg nur mühsam seine Frau Alice (Gretchen Mol) und seine beiden Söhne mit den spärlichen Erträgen der Farm durchbringen kann, bringt McElroy in das nächste Städtchen namens Bisbee zu einem Arzt. Dank seiner Mithilfe gelingt schließlich sogar die Verhaftung des Revolverhelden Wade, der nach Contention zum Bahnhof gebracht werden soll, um von dort die Zugreise ins Staatsgefängnis nach Yuma anzutreten – der Zug fährt 3:10 Uhr in Contention ab. Gegen eine Entlohnung von 200 Dollar – Geld, das Evans dringend braucht – erklärt sich der Farmer dazu bereit, den Schurken an den Bahnhof zu überführen. Doch Wade erweist sich als gerissener Gauner, der zudem genau weiß, dass seine Kumpane längst eine Befreiungsaktion planen. Es beginnt ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit und gegen eine gefährliche Bande, die zu allem entschlossen ist…

Während Delmer Daves’ B-Western vor allem auf die Konfrontation und die psychologischen Dimensionen der beiden grundverschiedenen Hauptcharaktere setzt, verschiebt sich bei James Mangolds Remake der Akzent deutlich in Richtung Action. Christian Bale und Russell Crowe wissen beide in ihren Rollen zu überzeugen und tragen so einen erheblichen Anteil daran, dass Todeszug nach Yuma / 3:10 to Yuma trotz seiner Abkehr vom reinen Psychoduell, dem das Original seinen eigenen Reiz verdankt, ein äußerst spannender Film ist, der bis zur letzten Pistolenkugel fesselt – zumindest dann, wenn man klassische Western mit jeder Menge Action, Blei und Testosteron zu schätzen weiß. James Mangold beweist mit diesem Film erneut seine enorme Vielfalt und Beschlagenheit in verschiedensten Filmgenres. Ob die Renaissance des Westerns aber von langer Dauer sein wird, darüber kann man nur trefflich spekulieren.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/todeszug-nach-yuma