Hannah

Eingesperrt im eigenen Leben

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Leben mit Hannah, so hieß Erica von Moellers Debütfilm ursprünglich, der anfangs für "Das kleine Fernsehspiel" im ZDF produziert worden war und der erst sehr spät auch für den Einsatz in den Kinos vorgesehen wurde. Gutmöglich, dass für diesen Entschluss auch der Silberne Bär für Nina Hoss in Yella, eine Rolle spielte, zumal Erica von Moellers Film mit seiner unterkühlten, psychologisierenden Erzählweise durchaus ein wenig an Christian Petzolds Filme erinnert. Allerdings verstrickt sich der Film ein wenig in der Vielzahl von Themen und Genres, zwischen denen er angesiedelt ist – im Dickicht zwischen Liebesfilm, Psychothriller und Beziehungsdrama werden leider nicht alle Fäden, die der Film zunächst aufnimmt, auch zu Ende geführt. Traumwandlerisch stilsicher hingegen präsentiert sich die Kameraarbeit von Sophie Maintigneux, die die Atmosphäre des Films mit klinischer Ruhe und Genauigkeit einfängt, und die durch die Bank weg exzellenten Schauspieler, denen ein etwas ausgefeilteres Skript zu wünschen gewesen wäre. So aber verliert sich der Film ein wenig im Angedeuteten und Fragmentarischen.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/hannah