Up! Up! To the Sky!

Ein Sommermärchen

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Arnold (Max Riemelt) ist seit seiner Kindheit fest davon überzeugt, ein Außerirdischer zu sein, der lediglich auf die richtige Konstellation der Sterne warten muss, um endlich in seine extraterrestrische Heimat zurückzukehren. Natürlich hat diese Überzeugung einen tragischen Hintergrund, denn als Arnold ein Kind war, sprang sein Vater von einer Klippe und ward nie gefunden, so dass für den traumatisierten Jungen nur eine Lösung in Frage kam: Sein Vater war nicht von dieser Welt und ist auf diese Weise auf seinen Heimatplaneten zurückgekehrt.

Um für den Start ins Weltall gerüstet zu sein, bastelt Arnold unermüdlich an einer skurrilen Flugmaschine, doch als er sich und andere bei einer Bruchlandung massiv gefährdet, kommen seine treu sorgende Mutter Ida (Katja Riemann) und deren Verehrer, der Hausarzt Emil (Armin Rohde), nicht umhin, den jungen Mann in eine Psychiatrie einweisen zu lassen. Dort kümmert sich die junge Ärztin Wanda (Anneke Kim Sarnau) um den ebenso merkwürdigen wie charmanten Kauz und droht schon bald seinem Charme zu erliegen. Und gibt es nicht tatsächlich einige Hinweise, die darauf hindeuten, dass Arnold in der Tat über erstaunliche Fähigkeiten verfügt? Wandas wissenschaftliches Weltbild gerät immer mehr ins Schwanken...

Ausgezeichnet mit dem Volkswagen Drehbuchpreis 2007 geht Hardi Sturms Up! Up! To the Sky mit einigen Vorschusslorbeeren ins Rennen um die Zuschauergunst, doch die Erwartungen kann der Film nur teilweise erfüllen. Auf der Habenseite kann man mit Sicherheit die sommerlich verwunschene Atmosphäre verbuchen, die der Film mit leichter Hand präsentiert und die bestens zu der etwas versponnenen Story passt. In wundervoll goldenes Licht getaucht entwickelt die Geschichte um einen Außenseiter eine Herzenswärme, in der man sich nur allzu bereitwillig auf die schräge Prämisse des Films einlässt und wie die Ärztin Wanda immer wieder ins Zweifeln gerät, ob an der Mär vom Außerirdischen nicht doch etwas dran sein könnte.

Allerdings, und auch das sei nicht verschwiegen, verliert der Film mit zunehmender Dauer seinen schrägen Charme und wird mehr und mehr zur recht einfach gestrickten Liebeskomödie, wie man sie dutzendfach aus deutschen Landen kennt. Zudem tut es dem Film auch nicht gerade gut, dass neben den Liebesirrungen und –wirrungen von Arnold und Wanda sowie Ida und Emil immer wieder weitere Paarkonstellationen ins Bild gerückt werden. Dadurch zerfasert der Film ein wenig, verliert an Fahrt, um schließlich in recht seichten Gewässern zu landen, was vielleicht auch ein wenig daran liegen mag, dass Max Riemelt nicht in jeder Situation zu überzeugen weiß – ebenso wie übrigens auch Katja Riemann.

Unterm Strich ist Up! Up! To the Sky eine angenehme Sommergeschichte mit einigen Schwächen um einen Außenseiter und die Liebe, im Prinzip eine ähnliche Konstellation wie Lars und die Frauen / Lars and the Real Girl, wenngleich dieser insgesamt mehr zu überzeugen weiß.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/up-up-to-the-sky