Chéri

Das süße Leben der Kurtisanen

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Léa de Lonval war einst eine der bekanntesten und erfolgreichsten Kurtisanen von Paris, doch nun neigen sich die Liebschaften dem Ende zu, da auch Léa langsam älter wird. Was sie aber nicht davon abhält, eine leidenschaftliche Affäre mit Fred, genannt Chéri (Rupert Friend) zu beginnen, dem gerade 19 Jahre alten und ziemlich verwöhnten Sohn ihrer Kollegin und früheren Rivalin Madame Peloux (grandios in dieser Rolle: Kathy Bates). Zum allgemeinen Erstaunen Aller hält die unschickliche Liaison zwischen den beiden sechs Jahre, bis Madame Peloux beschließt, ihren Sohn endlich unter die Haube zu bringen. Und zwar mit einer Frau, die nicht wesentlich älter ist als er. Trotz aller Bemühungen können Fred und Léa nicht voneinander lassen, so dass die junge Ehe des verwöhnten Lebemanns schließlich an der Affäre zu scheitern droht. Immer wieder schwanken die beiden Liebenden hin und her zwischen Anziehung und Zurückweisung, Liebe, Eifersucht und Verzicht. Doch Léa ist klug genug zu erkennen, dass die Zeit gegen sie läuft…

Prächtig ausgestattet, elegant gefilmt und mit einer nach wie vor bezaubernden Michelle Pfeiffer und einem herrlich launischen Rupert Friend in den Hauptrollen bestens besetzt, besticht Chéri durch Dialogwitz, Eleganz und eine Leichtigkeit, die dem reichlich fließenden Champagner in diesem Film in nichts nachsteht. Ein "period piece", das die Zeit in Paris vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges auf höchst charmante und anregende Weise wieder auferstehen lässt. Einzig das Ende ist ein wenig lang geraten, was dem Vergnügen aber keinen Abbruch tut. Im Kino gewesen – amüsiert. Das ist heutzutage nun wirklich keine Selbstverständlichkeit.
 

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/cheri