Please Give

Dieses verdammte schlechte Gewissen der Besserverdiener

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Nicole Holofcener macht mit Please Give, der im Berlinale Wettbewerb außer Konkurrenz gezeigt wurde, dort weiter, wo sie zuletzt mit Friends with Money aufgehört hatte: Es geht um die Neurosen jener, die eigentlich alles haben, um ganz und gar bourgeoise Existenzen und deren zumeist recht nichtige Probleme, um Sex und die Lebenskrisen des mittleren Alters und darum, dass letzten Endes doch alles gut wird. Auch wenn Tod und Krankheit quasi nebenbei ebenfalls vorkommen, genauso wie Liebe und das Gefühlsleben einer Fünzehnjährigen, die mitten in der Pubertät steckt.

Das alles ist zum Teil mit enorm witzigen Dialogen und Pointen garniert, die immer ein wenig an Woody Allens Stadtneurotiker erinnern, ohne jemals dessen Güteklasse zu erreichen. Man fühlt sich auf leichte Weise unterhalten, vor allem dann, wenn die schrullige alte Nachbarin von Kate und Alex ihre bitterbösen Lebensansichten zum Besten gibt und ansonsten einfach nur kein Blatt vor den Mund nimmt. Allerdings hat man das Ganze trotz einer bewundernswerten Catherine Keener auch recht schnell wieder vergessen – gerade in den hektischen Zeiten der Berlinale. Denn der nächste Film wartet schon...

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/please-give