Fair Game

Die Affäre Wilson/Plame

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Der streitbare Diplomat aber ist keinesfalls gewillt, sich mit dem offensichtlichen Betrug abzufinden und publiziert einen Artikel über seine Erkenntnisse. Damit tritt er eine Lawine los, in deren Verlauf seine eigene Gattin als Agentin enttarnt wird, was in den USA eigentlich unter Strafe steht. An dem nun über das Paar hereinbrechenden Medienecho und den Anfeindungen zerbricht beinahedie Beziehung der beiden, denn Valerie ist nach wie vor loyal ihrem Land gegenüber und schweigt zu der ganzen Angelegenheit.

Doug Liman, der sich spätestens mit Die Bourne Identität (2002) für höhere Weihen in Hollywood empfohlen hat und derzeit an einer groß angelegten Neuauflage von Die Drei Musketiere arbeitet, hat mit seinem Film Fair Game eine Affäre aufgearbeitet, die im Sommer des Jahres 2003 die amerikanische Öffentlichkeit erschütterte. Dabei spart er nicht mit dramatisierender Musik und einem flammenden Appell Sean Penns für das amerikanische Ideal einer streitbaren und allein der Wahrheit verpflichteten Republik. Und während der Abspann läuft, sehen wir zum ersten Mal die reale Valerie Plame Wilson, wie sie ihre Aussage vor dem Untersuchungsausschuss beginnt.

Fair Game ist ein durchaus solide inszenierter Thriller, der es zwar an einigen Stellen mit dem Pathos gehörig übertreibt. Dank der geballten Starpower und der gekonnten und spannungsgeladenen Inszenierung, die komplexe und wichtige Zusammenhänge gut herausarbeitet, könnte zumindest an den Kinokassen einiges drin sein. Die Lehren aus der Affäre muss jeder selbst ziehen.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/fair-game