Paheli - Die Schöne und der Geist

Mittwoch, 31. Juli 2013, ARTE, 20:15 Uhr

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Sunderlal (Sunil Shetty), der Sohn des ehrgeizigen Geschäftsmanns Bhanwarlal (Anupam Kher) aus Rajasthan, verliert beim traditionellen Kamelrennen auch seinen Stolz und verlässt daraufhin seine Frau Gajrobai (Juhi Chawla) und seinen Sohn, um diese Schmach allein zu verbüßen. Sein Bruder Kishan (Shah Rukh Khan) wird daraufhin mit der wunderschönen Lachchi (Rani Mukerji) vermählt, zeigt jedoch weder Interesse an den Vergnügungen der Hochzeitsnacht noch am künftigen Eheleben und begibt sich bereits am nächsten Tag auf eine jahrelange Geschäftsreise, so dass Gajrobai und Lachchi traurig ohne ihre Männer zurückbleiben. Doch dann taucht Kishan unvermittelt und mit ausreichend Geld schon rasch wieder auf, zur Freude seiner Familie, und alles scheint sich zum Guten gewendet zu haben. Allerdings handelt es sich bei dem vermeintlichen Kishan in Wahrheit um einen Wassergeist, der sich in Lachchi verliebt und die Gestalt ihres Mannes angenommen hat, um bei ihr zu sein. Nach dem nächtlichen Geständnis des Geistes entscheidet sich Lachchi dafür, fortan mit ihm zusammenzuleben, doch die Jahre vergehen, und eines Tages kehrt der "echte" Kishan nach Rajasthan zurück ...

Mit sanfter Weisheit, filigranem bis deftigem Witz sowie einer farbenfroh-fröhlichen Ausstattung und Choreographie bewegen sich die Protagonisten leichtgängig durch die dichte und sorgfältig gestaltete Dramaturgie ihrer Geschichte um Liebe, Loyalität und Stolz, bis am Ende die Familie wieder glücklich zueinander findet – ein Märchen zwar, doch ein kluges, optimistisches, das über zwei Stunden den hartnäckigen Charme der populären Unterhaltungsindustrie Indiens zum Klingen bringt und sicherlich zu den vergnüglichsten Filmen von Amol Palekar zählt.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/paheli-die-schoene-und-der-geist