Zum Glück bleibt es in der Familie

Zum Glück bleibt es in der Familie

Eine Filmkritik von Verena Schmöller

Umstrittenes Thema unterhaltsam gemacht

Spätestens seit der Zeitreise-Komödie Die Besucher (Frankreich 1993) gelten Jean Reno und Christian Clavier als Erfolgsduo des französischen Films. Ihre gemeinsamen Komödien sind durch einen leichten Ton gekennzeichnet und unterhaltsam, beschäftigen sich jedoch auch mit unterschwellig ernsten Inhalten. In Zum Glück bleibt es in der Familie ist es das Thema „Formen neuer Elternschaft“, das von Clavier und Reno in eine kurzweilige Komödie verwandelt und gut verhandelt wird und durch das Ende des Films überrascht.
Kim (Muriel Robin) und Alex (Helena Noguerra) wünschen sich nichts sehnlicher zum Partnerinnenglück als eine kleine Tochter. Auf einem Dreh in Thailand hat Kim dann auch das Mädchen ihrer Träume (Maily Florentin Dao) entdeckt, und seither versuchen die beiden Frauen, einen ihrer männlichen Freunde davon zu überzeugen, sie bei der Adoption des Mädchens zu unterstützen. Denn in Thailand gelten rigide Adoptionsbestimmungen: Nur heterosexuelle und verheiratete Paare können ein Kind adoptieren.

Als sie keinen freiwilligen Helfer finden, muss Alex‘ Bruder César (Christian Clavier) herhalten. Mit ihm ist Alex zwar seit Jahren zerstritten, aber er hat Geldsorgen, die Kim und Alex kurzerhand als Druckmittel einsetzen, um César mit Kim auf die geplante Reise nach Thailand zu schicken. César soll Kims Ehemann mimen, und dass dies wirklich nur eine Notlösung ist, wird Kim recht schnell bewusst.

César stellt sich als einer dieser Männer heraus, die in jedes Fettnäpfchen tappen, immer die falsche Antwort geben oder ungeschickte Fragen stellen. So hat Kim schon auf dem Flug nach Bangkok und am Einreiseschalter auf dem thailändischen Flughafen einiges auszubügeln. Noch schlimmer wird’s, als die beiden auf Doktor Luix (Jean Reno) treffen, einen französischen Arzt, der das Ehepaar abholen und sie kennen lernen soll, um eine Einschätzung über ihre elterlichen Fähigkeit abzugeben.

Luix fühlt den beiden kräftig auf den Zahn: auf der Bootsfahrt zum Hotel, im Fischrestaurant bei einheimischen Spezialitäten und auf den gemeinsamen Touren durch die Straßen Bangkoks. Kim und César arbeiten angestrengt daran, einen überzeugenden Eindruck als beispielhaftes zukünftiges Elternpaar zu hinterlassen.

Nachdem César versehentlich einen behinderten Mann zusammengeschlagen hat und dafür festgenommen worden ist, eilt jedoch auch Alex nach Thailand. Ihre Anwesenheit ändert das Szenario für Luix: Er ist fasziniert allein vom Anblick der attraktiven Frau, so dass er den Reisenden plötzlich wohlwollend gesinnt ist und sie in ihrem Unternehmen tatkräftig unterstützt. Schwierig wird’s, als Luix offensichtlich Alex den Hof macht.

Die Komödie ist nicht nur durch ihren französischen Humor geprägt, sondern unterhält durch ihre originellen und witzigen Dialoge. Vor beeindruckender Thailand-Kulisse treffen hier unterschiedliche Figurentypen aufeinander, die sich aneinander aufreiben und dann zusammenraufen, die für allerhand Trubel sorgen und ihre unterschiedliche Sicht auf die Dinge grandios verbalisieren.

Erfrischend ist auch, dass die Thematik gleichgeschlechtlicher Partnerschaft in Zum Glück bleibt es in der Familie ins Gewand der Komödie gekleidet und dabei ganz natürlich behandelt wird. Das Thema, das 2012 auch Wahlkampfthema war, ist in Frankreich sehr umstritten. Fast zeitgleich mit dem Erscheinen der DVD in Deutschland 2013 sind in Paris nun die ersten rechtlichen Schritte für die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare getan. Darstellerin Muriel Robin sagt im Interview: „Als wir das gespielt haben, dachten wir, dass das vor zehn Jahren noch nicht gegangen wäre“.

Der Plot von Zum Glück bleibt es in der Familie überrascht durch sein Ende – das an dieser Stelle natürlich nicht im Detail verraten werden soll. Nur so viel: Der Film, der ansonsten alle Konventionen einer klassischen Komödie erfüllt, verblüfft gerade deshalb, weil er hier etwas offen lässt und die Verwicklungen nicht auf eine Weise löst, wie man es erwarten würde. Und zeigt gerade deshalb, dass Claviers Komödien nicht einfach nur Massenware sind, die auf denselben Mustern und den immer gleichen Gags beruhen.

Zum Glück bleibt es in der Familie

Spätestens seit der Zeitreise-Komödie „Die Besucher“ (Frankreich 1993) gelten Jean Reno und Christian Clavier als Erfolgsduo des französischen Films. Ihre gemeinsamen Komödien sind durch einen leichten Ton gekennzeichnet und unterhaltsam, beschäftigen sich jedoch auch mit unterschwellig ernsten Inhalten. In „Zum Glück bleibt es in der Familie“ ist es das Thema „Formen neuer Elternschaft“, das von Clavier und Reno in eine kurzweilige Komödie verwandelt und gut verhandelt wird und durch das Ende des Films überrascht.
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