XIII - Die Verschwörung

XIII - Die Verschwörung

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Verschwörungsthriller sind immer so eine Sache. Kennt man einen, kennt man oft alle. Gerade in den 1970ern wurden die großen Klassiker gedreht, die noch heute Gültigkeit besitzen und deren Maßstäbe wohl noch in 50 Jahre gelten. Genannt seien hier nur Die 3 Tage des Condor, Der Marathon-Mann und der grandiose und oft unterschätzte Zeuge einer Verschwörung mit dem jungen Warren Beatty. Neuere Highlights sind klar die drei Bourne-Filme oder auch die Spielberg-Produktion Eagle Eye. Bei so starker Konkurrenz ist es natürlich schwer, etwas gleichwertiges nachzulegen. Selbst, oder gerade, heutzutage. Duane Clarks XIII – Die Verschwörung arbeitet sich ebenfalls am üblichen Muster (David gegen Goliath) ab. Doch alleine mit seinem großartigen, letzten Satz, hebt sich dieser Fernseh-Zweiteiler von vielen Epigonen ab.

Bei der Rede zum Unabhängigkeitstags, wird die erste Präsidentin der USA von einem Scharfschützen erschossen. Der Attentäter entkommt. Monate später findet ein altes Ehepaar, das im tiefsten Wald wohnt, einen angeschossenen Mann (Stephen Dorff, Blade) samt Fallschirm in einem Baum. Man pflegt ihn gesund, einziger Hinweis auf seinen Vergangenheit ist eine Tätowierung: XIII. Der Mann selbst hat seine Erinnerung verloren. Als unvermittelt eine Spezialeinheit unter Führung des eiskalten La Mongouste (Val Kilmer, der unterschätzte DNA – Experiment des Wahnsinns, Heat) in der Wildnis auftaucht, zeigt sich, dass der Namenlose ein perfekt ausgebildeter Einzelkämpfer ist. Da bei dem Angriff das Ehepaar stirbt, muss sich der Mann ohne Gedächtnis nun alleine durchschlagen und seine Erinnerung zurückgewinnen. Doch seine Verfolger sind ihm immer knapp auf den Versen.

Mit einer feinen Besetzung, spannenden Geschichte, sehr guten technischen Umsetzung und einem wirklich erstklassigen Ende, hebt sich XIII – Die Verschwörung weit über den Durchschnitt ähnlicher Genreproduktionen. Basierend auf der Grafiknovelle XIII des Autoren- und Zeichnerteams Jean van Hamme und William Vance, wird der Zuschauer gut 180 Minuten Zeuge einer Verschwörung und Bekämpfung selbiger. Es gibt offensichtliche Parallelen zu den Bourne-Filmen und auch der 24-Serie mit Kiefer Sutherland. Doch dies fällt kaum ins Gewicht, sind doch Tempo, Umsetzung und Neuinterpretation eigenständig genug, um auch Genrekenner zu überzeugen.

Es war aber auch wirklich an der Zeit, Stephen Dorff und Val Kilmer mal wieder in guten Rollen zu sehen. Aus irgendwelchen Gründen schwanken gerade die Leistungen von Kilmer oft massiv zwischen gelangweilt und brilliant. Dieser Umstand ist auch immer wieder dem Drehbuch und vor allem der Regie zu schulden. Bringt Kilmer unter Michael Mann in Heat oder in Spartan von David Mamet oscarwürdige Leistungen, spult er im Knallchargen-Modus Rohrkrepierer wie Abgezockt oder Streets of Blood herunter. Und Dorff? Der konnte jahrelang nicht an seinen Erfolg als bad guy in Blade anknüpfen. Alone in the Dark sei hier nur als Negativbeispiel genannt. Hoffentlich kommt er mit seiner derzeitigen, wesentlich besseren Rollenwahl wieder auf die Beine.

XIII – Die Verschwörung ist spannende Kinounterhaltung im Serienformat. Muss man gesehen haben, nicht nur, um der Wiedererstehung zweier phantastischen Schauspieler beizuwohnen, sondern auch, um sich drei Stunden sehr sehr gut unterhalten zu lassen. Und dieser letzte Satz von Stephen Dorff... Großes Kino!
 

XIII - Die Verschwörung

Verschwörungsthriller sind immer so eine Sache. Kennt man einen, kennt man oft alle. Gerade in den 1970ern wurden die großen Klassiker gedreht, die noch heute Gültigkeit besitzen und deren Maßstäbe wohl noch in 50 Jahre gelten.

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