Wyrmwood

Wyrmwood

Eine Filmkritik von Patrick Holzapfel

Blutiges Outback

Die Zeichen sind auf australischen Outback-Irrsinn gestellt in diesem Debüt, das in Down Under zu einem Publikumserfolg avancierte. Eigentlich wollten die Roache-Turner Brüder (Kiah als Regisseur, Drehbuchautor und Cutter, Tristan als Drehbuchautor, Produzent und Szenenbildner) einen kleinen Low Budget Slasher Film nach produktionstechnischem Vorbild Robert Rodriguez drehen, aber dann sprangen plötzlich diverse, sogar staatliche Förderinstitutionen auf und so konnte man Wyrmwood mit einem durchaus ansehnlichen Budget realisieren.
Dabei verspricht der Film in den ersten gelungenen Sequenzen durchaus der verrückte Spaß zu werden, den man erwartet. Eine Mad Max-Ikonographie in einem digitalen Outback mit Endzeitrittern im Kampf gegen Zombiehorden, die mit der nötigen Prise australischem Humor für wilde Abartigkeiten sorgen. So sind wir auch gleich mitten in der Apokalypse, ohne dass deren Grund besonders erläutert wird. Wir befinden uns in einem dieser Genrefilme, die es müde sind, über die einleitenden Strategien ihrer Konventionen nachzudenken und sich lieber gleich in das stürzen, was sie als den Kern empfinden. In Wyrmwood bedeutet das vor allem: Kopfschüsse und over-the-top Überlebensstrategien.

Man folgt in einer fast durchgehenden parallelen Handlung den beiden Geschwistern Barry und Brooke, die wie gemacht scheinen für den Kampf gegen die Zombies. Barry trifft auf allerhand dubiose Überlebenskämpfer auf der Suche nach seiner Schwester und muss gleichzeitig gegen den inneren Schmerz über den Verlust seiner Familie hinwegkommen. Brooke dagegen gerät in die Hände eines verrückten Wissenschaftlers, der in einem LKW durchs Land fährt und das Blut von Zombies mit dem von Menschen austauscht. Zwar wird Brooke Opfer dieser Experimente, aber der Wissenschaftler sieht nicht voraus, welche Fähigkeiten die junge Frau daraus gewinnt.

Der Film fasziniert immer dann, wenn er sich traut, seinen irrsinnigen Ideen zu folgen. Insbesondere Leon Burchill, der als naiv-trockener Sidekick für einige Lacher sorgt, bringt den Film dabei immer wieder in absurde Gefilde. Die Mischung aus herumirrenden Zombies, die kaum gefährlich wirken und dieser Selbstironie ergibt an manchen Stellen das energiegeladene Blutbad, das Genrefans erwarten. Doch die Turner-Brüder entschieden sich für eine extrem banale emotionale Verankerung ihrer Protagonisten, die irgendwie unpassend wirkt, weil sie entweder den Spaß trübt oder im Angesicht der Lockerheit des Films oberflächlich wirkt. Der Film hat einfach kein Potenzial zur Ernsthaftigkeit.

Zudem ist die Handlung – insbesondere für das angesprochene Genrepublikum – äußerst vorhersehbar, es gibt eigentlich kaum Überraschungen oder unerwartete Bilder. Die High-End Ästhetik wurde scheinbar hauptsächlich für eine überzogene Nachbearbeitung einer Gegend dieser Erde verwendet, die doch gerade in ihrer Unberührtheit eine faszinierende Bedrohung ausstrahlen würde. Leider versucht sich der Film auch kaum darin, in die tolle Riege von Filmen wie Wake in Fright oder Long Weekend einzusteigen und einen Horror zu inszenieren, der vom Outback ausgeht. Vielmehr ist diese Landschaft größtenteils ein austauschbarer Hintergrund. So bleibt die große Leistung des Films die Produktion, die auch viel über die momentanen Vorlieben im australischen Kino aussagt.

Wyrmwood

Die Zeichen sind auf australischen Outback-Irrsinn gestellt in diesem Debüt, das in Down Under zu einem Publikumserfolg avancierte. Eigentlich wollten die Roache-Turner Brüder (Kiah als Regisseur, Drehbuchautor und Cutter, Tristan als Drehbuchautor, Produzent und Szenenbildner) einen kleinen Low Budget Slasher Film nach produktionstechnischem Vorbild Robert Rodriguez drehen, aber dann sprangen plötzlich diverse, sogar staatliche Förderinstitutionen auf und so konnte man "Wyrmwood: Road of the Dead" mit einem durchaus ansehnlichen Budget realisieren.
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