Wishmaster

Wishmaster

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Fast Wes Craven

Wes Cravens Einfluss auf die Filmlandschaft der 80er und späten 90er, sowie das Horrorgenre allgemein, ist nicht zu unterschätzen. Kreierte der bald 70l-jährige nicht nur mit Nightmare on Elm Street, The Hills Have Eyes und der Scream-Tilogie Kassenhits und wegweisende Filmarbeiten. Er revolutionierte das Slasher-Genre, machte Stars (Johnny Depp hatte im ersten Nightmare-Teil eine seiner ersten Filmrollen) und war einer von Hitchcocks würdigeren Nachfolgern was Spannungskino anging. Was ihn uach sympathisch macht ist, dass er immer wieder engen Mitarbeitern die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung gibt. Stammcutter Patrick Lussier durfte unter seiner Federführung schon den einen oder anderen Film (Dracula, 2000) als Regisseur betreuen. Gut, die Ergebnisse sind nicht immer das Gelbe vom Ei, dennoch meist solides Handwerk.
Mit Wishmaster durfte unter dem Prädikat "Wes Craven präsentiert" Kumpel Robert Kurtzman von der F/X-Schmiede KNB FX Group, die so ziemlich jeden New Line, bzw. Wes Craven-Film betreut, den Regisseur geben. Und das tut Kurtzman erstaunlich sicher.

In einem roten Opal ist seit Jahrhunderten ein Dämon gefangen, der seinem Besitzer Wünsche erfüllen muss. Doch nach dem dritten Wunsch erlangt der Dämon, Djinn genannt, die Macht, noch mehr Dämonen auf die Erde zu lassen und somit die Weltherrschaft zu erlangen. Ein Zauberer schafft es gerade noch, diesen bösen Dämon in den Opal zu bannen, bevor der die Höllentore öffnen kann. Im Jahr 1997 erreicht das Gefängnis aus Edelstein schließlich, versteckt in einer Statue, Amerika und fällt über Umwege in die Hände der jungen Alexandra (Tammy Lauren), die ihn für ein Auktionshaus schätzen soll. Unwissendlich erweckt sie den Djinn zum Leben und befreit ihn. Von nun an zieht der Djinn eine Schneise der Verwüstung und des Leids durch die Stadt. Denn bevor er volle Macht erlangen kann, muss er Kräfte sammeln. Und das geht am Besten, indem er Menschen Wünsche erfüllt und dabei ihre Seelen stiehlt. Sein Ziel ist Alexandra, hat sie ihn doch geweckt. Sie ist es aber auch, die ihn als Einzige vernichten kann. Und das weiß der Dämon…

Was Wishmaster vom Genre-Durchschnitt abhebt, ist zunächst einmal die gar nicht so blöde Story (Achtung: das ist immer noch ein Genrefilm), die in ihrem eigenen Kosmos funktioniert und mit dem hübschen, aber extrem blutigen Prolog glaubhaft gemacht wird. Die Marschrichtung wird in diesen stimmigen ersten Minuten vorgegeben: Es wird blutig und detailverliebt gestorben. Die Story eilt voran, getragen wird sie dabei von großartigen Darstellern wie Tony Todd (Candyman), Robert Englund (Freddy Krüger aus der Nightmare-Serie) und Kane Hodder (Freitag der 13.). Natürlich ist Wes Cravens Handschrift klar zu erkennen, was Aufbau und Rhythmus angeht. Es stört auch nicht wirklich, dass in der zweiten Hälfte Erinnerungen an die Hellraiser-Filme wach werden. Drehbuchautor Peter Atkins hat schließlich die Teile 2 bis 4 geschrieben. Und wenn zum Abspann Motörhead losbollern, ist der Genrefan im siebten Himmel.

Auch das Bonusmaterial ist liebevoll zusammengetragen aus Behind the Scenes-Material, Interviews und Deleted Scenes. Zwar loben sich wieder alle gegenseitig, doch nimmt man es den Leuten ab. Der Spaß, den die Crew beim Dreh hatte, überträgt sich auf den Film. Zudem werden einige Anekdoten zum Besten gegeben. Ein echtes Juwel unter all dem Ausschuss, der heute auf DVD gepresst wird. Und dass die Effekte absolute Oberklasse sind, versteht sich von selbst. Trotz der zehn Jahre auf dem Buckel.

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Wes Cravens Einfluss auf die Filmlandschaft der 80er und späten 90er, sowie das Horrorgenre allgemein, ist nicht zu unterschätzen.
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