Wenn ich bleibe

Wenn ich bleibe

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Teenie-Love-Story mit christlichem Mumbojumbo

Ob man lebt oder stirbt, ist nur zum Teil eine Frage der körperlichen Verfassung. Es ist auch eine Frage des Willens. Oder zumindest propagiert das dieser Film. Wenn ich bleibe, dann weil ich mich für das Leben und gegen den Tod, für das Hier und Jetzt und gegen das weiße Licht entschieden habe. So ist das bei Mia, der Hauptfigur des auf einem Erfolgsroman von Gayle Forman basierenden Films.
Mia (Chloe Grace Moretz) hat einen Freund, ist sehr in ihn verliebt, fürchtet aber, ihn zu verlieren. Denn sie hat sich an einer renommierten Musikschule in New York beworben und wartet nun nur noch auf das Schreiben, das ihr mitteilt, ob sie aufgenommen wurde oder nicht. An dem Tag, an dem sie es erhalten soll, macht die Familie einen Ausflug. Er endet in einem verheerenden Unfall. Ihre Eltern, ihr Bruder, aber auch Mia werden ins Krankenhaus gebracht. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt, während Mia von außen auf ihr Leben blickt – und sich daran erinnert, wie alles auf diesen Moment zulief.

Wenn ich bleibe ist die Art Film, die ihre Botschaft nicht nur mit dem Holzhammer darbietet, sondern diesen auch noch auf dem Schädel des Rezipienten zerbersten lässt. Nichts an dieser Herzschmerz-Schmonzette ist auch nur im Geringsten subtil, es wird immer stur auf den größten manipulativen Faktor hingearbeitet. Der Zuschauer soll hin und weg von dieser Teenie-Liebe sein. Und mehr noch, er soll um das Mädchen bangen, dessen Lebenslichter immer mehr zu verlöschen erscheinen.

Wäre das nicht so gut gespielt, der Film wäre vollends unerträglich. So stößt er vor allem durch seine bittersüße Art, aber auch durch die christlich geprägte Propaganda typischer Faith-Filme auf. Das mag im amerikanischen Bible Belt gut ankommen, im Rest der Welt rümpft man die Nase ob solcher Dreistigkeit. Weniger wäre in diesem Fall wahrlich weit, weit mehr gewesen!

Der Film zelebriert den Wert der Familie, bleibt aber auch da so kitschig, dass man das Gebotene kaum ernst nehmen kann, und das umso mehr, wenn man das Ende berücksichtigt, das zwar irgendwie happy sein soll, es aber in keiner Weise ist. Tatsächlich hat man das Gefühl, dass hier noch ein Zugeständnis an Hollywood nötig war. Mögliche Ambivalenz wird über Bord geworfen, um einen letzten "Hach, wie schön"-Moment bieten zu können, der aber dennoch leer und unausgegoren bleibt. Aber das gilt letzten Endes für den Film als Ganzes.

Wenn ich bleibe

Ob man lebt oder stirbt, ist nur zum Teil eine Frage der körperlichen Verfassung. Es ist auch eine Frage des Willens. Oder zumindest propagiert das dieser Film. "Wenn ich bleibe", dann weil ich mich für das Leben und gegen den Tod, für das Hier und Jetzt und gegen das weiße Licht entschieden habe. So ist das bei Mia, der Hauptfigur des auf einem Erfolgsroman von Gayle Forman basierenden Films.
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Meinungen
Melina K. · 05.11.2014

Ich fand den Film sehr schön, sehr nah am Buch und regt definitiv zum nachdenken an. Ich persönlich find es schade das diesen Film bis jetzt so wenige gesehen haben.

Kommentare

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