War of the Worlds: Goliath

War of the Worlds: Goliath

Eine Filmkritik von Laurenz Werter

Statt Weltkrieg Krieg der Welten

H.G. Wells' Der Krieg der Welten wurde schon häufig verfilmt, sowohl klein- als auch großbudgetiert, fürs Kino oder fürs Fernsehen, gut oder schlecht. Nun kommt mit War of the Worlds: Goliath eine neue Version ins Kino. Diesmal als Zeichentrick mit einer Kombination aus 2-D- und 3-D-Animation und mit den Möglichkeiten, die Animationen nun mal zu bieten haben. Ein gigantisches Spektakel zu zeichnen ist schließlich auch nicht teurer als redende Leute zu animieren.
Die Marsianer haben im Jahr 1899 die Erde überfallen. Ihr Vormarsch wurde nur gestoppt, weil die Bakterien dieser Welt sie getötet haben. 15 Jahre später sind sie aber zurück. Bei der neuerlichen Invasion müssen sie sich vor Bakterien nicht mehr sorgen, aber dafür gibt es deutlich stärkeren Widerstand. Denn obschon einige Länder dieser Erde im Clinch liegen und in der alten Welt ein kontinentaler Krieg droht, wurde mit A.R.E.S. ein Welt-Militär erschaffen, das mit Waffen, die mit Hilfe marsianischer Technik weiterentwickelt wurden, alle Angreifer abwehren soll.

So schön es ist, die Wells-Geschichte mit einer Alternativwelt-Fiktion zu verbinden, so zwiespältig ist der Film doch geworden. Man ist sich nie ganz sicher, an wen er sich nun eigentlich richten will. Als Sci-Fi-Action-Abenteuer funktioniert der Film schon, wirkt aber gerade für ein erwachseneres Publikum etwas einfach gestrickt. Zudem ist die Action recht zahm gestaltet, wodurch sich der Vergleich zu Zeichentrickserien der 1980er Jahre wie Bravestarr oder M.A.S.K. geradezu aufdrängt, und das umso mehr, da die Animation bei den Charakter-Designs, aber auch bei den Bewegungen der menschlichen Figuren zu wünschen übrig lässt. Das hat eine Qualität, wie man sie im Fernsehen vorfinden kann, für das Kino ist das aber etwas zu wenig. Zudem fällt dies besonders auf, weil die Kampfsequenzen mit Raumschiffen, Flugzeugen und Tripods dank 3-D-Animation deutlich aufwendiger erscheinen. Der Film erreicht hier nie eine echte Homogenität, sondern bleibt Stückwerk.

Aber gut, es ist Stückwerk, das durchaus gefallen kann, auf seine simple, minimalistische Art und Weise. Die Geschichte wird zügig erzählt, Stolpersteine wie die Einschübe mit den IRA-Kumpanen einer Hauptfigur sind im Grunde aber Firlefanz. Die Geschichte möchte immer wieder so tun, als ob die Völker Europas sich wirklich auf einen internen Krieg einließen, der um Boden und Ehre geführt wird, während durch marsianische Invasoren die vollständige Auslöschung droht. Das ergibt keinen Sinn, noch nicht mal in den Köpfen der Schlafwandler, die 1914 in einen Krieg geschlittert sind, deren Ausmaße sie nicht einmal ansatzweise erahnen konnten.

David Abramowitz, einst Autor und Produzent der Highlander-Serie, deren Hauptdarsteller er für die Originalversion von War of the Worlds: Goliath rekrutiert hat, bleibt in seiner Figurenzeichnung, aber auch der Narrativen oberflächlich. Die Figuren sind bedeutungslos, wichtiger sind die Vehikel, die sie lenken. So funktioniert der Film, der übrigens den Roten Baron gegen Marsianer in den Luftkampf schickt, zwar als actionreicher Bombast, recht viel mehr hat er aber nicht zu bieten. Nur am Ende, da bricht Abramowitz aus, als er Teddy Roosevelt, hier nicht Präsident, sondern Kriegsminister, in markigen Worten den Rachefeldzug beschwören lässt. Unter Jubel freut man sich auf den nächsten Krieg. Damit wird der Kreis zu den Ereignissen des realen 1914 geschlossen und der Boden für ein Sequel bereitet. Einen Titel möchten wir da auch gleich empfehlen: Auf dem Mars nichts Neues.

War of the Worlds: Goliath

H.G. Wells' "Der Krieg der Welten" wurde schon häufig verfilmt, sowohl klein- als auch großbudgetiert, fürs Kino oder fürs Fernsehen, gut oder schlecht. Nun kommt mit "War of the Worlds: Goliath" eine neue Version ins Kino.
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Meinungen
Kauselmann Manuel · 08.09.2014

Ich besuchte den Überrsaschungsfilm - Resultat KACKFILM!

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