Vom Blitz getroffen

Vom Blitz getroffen

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Das Leben vs. Carson Phillips

Bei Vom Blitz getroffen muss man sich keine Gedanken darüber machen, wie die Geschichte enden mag. Der Anfang ist das Ende, der Tod der Hauptfigur Carson Phillips ein in Stein gemeißelter Fakt. Aber wie es dazu kam, das erzählt Carson selbst. Glee-Star Chris Colfer spielt nicht nur die Hauptrolle, er hat auch das Skript geschrieben.
Carson lebt für seine Träume. Er will die Kleinstadt Clover verlassen, er will auf die Northwestern University gehen, er will der jüngste Chefredakteur des New Yorker werden und er will den Nobelpreis gewinnen. Alles große Ziele, die Carsons Leben ganz und gar überschatten. Er hat keine Freunde, er hat Aufgaben, er hat keine Familie, er hat eine Bürde zu tragen. Als er erfährt, dass die Leitung der Schulzeitung nicht genug ist, um an der Northwestern University angenommen zu werden, entwickelt er ein Literatur-Magazin. Aber niemand an der High School will dafür etwas schreiben. Darum muss Carson zu drastischen Mitteln greifen: Er erpresst seine Mitschüler und droht, ihre dunkelsten Geheimnisse publik zu machen, wenn sie nicht für sein Magazin schreiben.

Was anfangs wie eine Teenie-Komödie anmutet, wird flugs zu einem kleinen, aber feinen Drama, das seine Schwächen besitzt, aber vor allem von seinen Stärken getragen wird. Colfer erweist sich als Autor, der etwas zu sagen hat. Er arbeitet mit den Klischees der High School, benennt die Protagonisten sogar als solche, unterstreicht dabei aber auch nur, dass Klischees vor allem eines sind: übersteigerte Formen der Realität.

Colfer geht es weniger darum, das authentische Bild des High-School-Lebens eines Außenseiters zu zeichnen. Vielmehr nutzt er seine Hauptfigur, um an ihr exemplarisch aufzuzeigen, wo der Fehler in ihrem Denken liegt. Immer nur für das Morgen zu leben, für all die Träume, Hoffnungen und Wünsche, die man hat, verhindert, dass man das Hier und Jetzt genießen kann. Carson ist ein junger Mann ohne Freunde, und schlimmer noch, ohne Freude. 17 Jahre ist er bereits in Clover, manche Mörder sitzen weniger lange ein, wie er einer Lehrerin erklärt. Er fühlt sich wie in einem Gefängnis, aber er erkennt nicht, dass er sich selbst darin eingesperrt hat. Zu planen, daraus auszubrechen, ist eine Sache, die Garantie dafür gibt es jedoch nicht. Nur zu oft kommt das Leben dazwischen. Oder auch der Tod.

Vom Blitz getroffen ist prägnant in der Hinsicht, dass er einfache Wahrheiten als komplexe Erkenntnis verkauft: Es gibt eine Welt und ein Leben nach der Schule, aber nicht alle werden das erleben. So endet der Film auf einer wehmütigen Note. Er entlässt den Zuschauer zwar mit dem Gefühl, dass es Träume und Visionen sind, die das Leben erst lebenswert machen, die beflügeln und antreiben, die die Würze dessen sind, was wir Existenz nennen, aber er erinnert auch daran, dass die Realität sie nur allzu oft zerschmettert. Manchmal ist es aus, bevor es richtig begonnen hat, ohne Abschluss, ohne Abschied, ohne ein letztes Auf Wiedersehen.

Vom Blitz getroffen

Bei „Vom Blitz getroffen“ muss man sich keine Gedanken darüber machen, wie die Geschichte enden mag. Der Anfang ist das Ende, der Tod der Hauptfigur Carson Phillips ein in Stein gemeißelter Fakt. Aber wie es dazu kam, das erzählt Carson selbst. „Glee“-Star Chris Colfer spielt nicht nur die Hauptrolle, er hat auch das Skript geschrieben.
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