Voll verkatert

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Eine Filmkritik von Bianka Piringer

Der rabiate Mr. Kuschelpuschel

Der New Yorker Unternehmer Tom Brand (Kevin Spacey) hält sich für den Größten und auf seinem permanenten Egotrip fehlt ihm schon lange der Blick für seine Mitmenschen. Davon kann seine zweite Frau Lara (Jennifer Garner) ein Lied singen und auch sein Sohn David (Robbie Amell) aus erster Ehe, der in die Firma eingestiegen ist und wenig Wertschätzung erfährt, sowie die kleine Tochter Rebecca (Malina Weissman).
Gerade noch wollte Tom unbedingt in der Firma durchsetzen, dass der landesweit höchste Wolkenkratzer, den er erbauen ließ, für teures Geld aufgestockt werden muss. Denn kurz vor der Einweihung wurde bekannt, dass Chicagos neuestes Bauwerk beim phallischen Kräftemessen zu siegen droht. Und dann fällt Tom vom Dach seines Turms und findet sich im Körper des Katers wieder, den er Rebecca zum elften Geburtstag schenken wollte. Dieser Kater aber hat einen magischen Dompteur, den Tierhandlungsbesitzer Felix Perkins (Christopher Walken). Er schaut dem Vierbeiner tief in die blauen Augen, spricht ihn mit “Mr. Brand“ an und droht ihm einen körperlichen Eingriff an, falls er seiner Familie keine Freude macht. Außerdem könnte sich Tom dann die Chance verscherzen, aus dem Körper des Haustiers Mr. Kuschelpuschel zurück in seinen eigenen zu kehren, der im Krankenhaus im Koma liegt.

Diese lustige, offensichtlich von einer himmlischen Macht veranlasste Therapie eines hartnäckigen Egoisten greift also zu drastischen Mitteln. Regisseur Barry Sonnenfeld (Men in Black) schafft es, der Hilflosigkeit des Katers, der nun dazu verdammt ist, Lara, David und Rebecca ganz anders wahrzunehmen, einiges an Komik abzugewinnen. Denn auch Mr. Kuschelpuschel ist anfangs alles andere als pflegeleicht. Als Vierbeiner neigt Tom zu Kamikaze-Kunststücken, um die ihn sein Namensvetter aus Tom und Jerry beneiden würde. Das Tier springt höher, knallt entschiedener und vor allem freiwilliger gegen eine Schranktür und nimmt in Kauf, unvorteilhaft zu landen. Dieses als witzig intendierte, untypische Tierverhalten bekommt dank Computereinsatz seine surreale Ausprägung. Aber im Bonusmaterial zeigen Szenen vom Dreh auch, dass die beiden Sibirischen Katzen, die Mr. Kuschelpuschel spielen, recht einsatzfreudig waren, wenn die Belohnung stimmte.

Zu Toms Wutpegel passt auch die Vielzahl an Fauch- Keif- und dissonanten Heultönen, die Mr. Kuschelpuschel zum Besten gibt. Zwar stiehlt die Katze, weil es das Drehbuch so will, Kevin Spacey weitgehend die Schau, aber der Schauspieler hat den Zuschauern eine so lebhafte Vorstellung von Tom geliefert, dass sie diese mühelos im Geiste weiterspinnen und auf den Kater projizieren können. Jennifer Garner spielt Lara als sanfte, gutmütige Ehefrau, während seine häufig anwesende Ex-Frau Madison (Cheryl Hines) die zynische Luxuslady gibt und mit dieser Rolle für komödiantischen Biss sorgt. Christopher Walken verleiht Perkins als mystischer Richterinstanz eine schön vergeistigte Aura. Mit seinem Laden, der mitten in der Großstadt in einer aus der Zeit gefallenen Straße steht, grätscht auf märchenhafte Weise die Fantasie herein und weitet den Raum, wie sie das auf ähnliche Weise auch in den Harry-Potter-Büchern mit dem Gleis neundreiviertel tut.

Allerdings wirkt auch die ganze Komödie etwas aus der Zeit gefallen. Hier walten die Ehefrauen noch den ganzen Tag in einem Zuhause wie aus dem Hochglanzmagazin und auch die Männer legen, Businesswelt hin oder her, eine Einfalt an den Tag, die die simple Geschichte doch recht betulich wirken lässt. Das Ergebnis ist ein leicht konsumierbarer Familienfilm, der sich wenig um geschmackliche Raffinesse kümmert.

Voll verkatert

Der New Yorker Unternehmer Tom Brand (Kevin Spacey) hält sich für den Größten und auf seinem permanenten Egotrip fehlt ihm schon lange der Blick für seine Mitmenschen. Davon kann seine zweite Frau Lara (Jennifer Garner) ein Lied singen und auch sein Sohn David (Robbie Amell) aus erster Ehe, der in die Firma eingestiegen ist und wenig Wertschätzung erfährt, sowie die kleine Tochter Rebecca (Malina Weissman).
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