Vinzent

Vinzent

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Im Labyrinth eines Hauses

Eigentlich wollte Vinzent (Detlef Bothe) nur Unterschriften gegen Tierversuche sammeln, doch als er ein altes Mietshaus betritt, findet er sich unversehens in einem düsteren Alptraum wieder. Seltsame Dinge gehen dort vor sich, eben noch hat er an einem der Fenster seine Freundin gesehen und nun ist sie spurlos verschwunden. Und noch merkwürdiger ist es, dass keiner der schrägen Bewohner dem sichtlich verwirrten Vinzent helfen will. Er fühlt sich in der düster-muffigen Atmosphäre des Hauses immer unwohler und verstrickt sich tiefer und tiefer in die Intrigen und Machenschaften der Bewohner (Anna Thalbach, Karin Baal, Thomas Bestvater, Bernd Tauber), für die er nur ein Spielball ist. Und je dringlicher er nach Antworten sucht, umso mehr Fragen tauchen an ihrer Stelle auf. Wieso kennt niemand den Hausbewohner, an dessen Fenster Vinzent seine Freundin sah? Warum scheinen ihn alle hier zu kennen und zu erwarten? Was sollen die Andeutungen über eine Verbindung Vinzents zu dem kleinen Mädchen, das hier im Haus wohnt? Und vor allem: Wann kann er endlich aus diesem Alptraum erwachen?
Atmosphärisch dicht und formal äußerst anregend krankt Vinzent des Berliner Werbefilmers Ayassi vor allem an der verwirrenden Story, in der vieles lediglich angerissen und angedeutet wird und die Personen und ihre die Hintergründe nur grob skizziert werden. Etliches glaubt man bei David Lynch oder Roman Polanskis Film Le Locataire / Der Mieter in ähnlicher Form gesehen und in Henri-Frederic Blancs Der Mann im Lift gelesen zu haben. Auch die Comic-Einschübe fügen sich durchaus in den Look des Films, bleiben aber nichts weiter als eine nette Idee und werfen kaum Anker in der realen Bewusstseinsebene des Films. So bleiben unterm Strich eine äußerst elaborierte Bildgestaltung und die Hoffnung, dass Ayassi beim nächsten Mal ein besseres Skript erwischt, denn das Talent ist zweifelsohne vorhanden und lässt – sofern der Stoff passt – einiges erwarten. Wer rätselhaftes und düsteres Kopfkino mag, ist mit Stay sicher besser bedient.

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Eigentlich wollte Vinzent (Detlef Bothe) nur Unterschriften gegen Tierversuche sammeln, doch als er ein altes Mietshaus betritt, findet er sich unversehens in einem düsteren Alptraum wieder.
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