Vier Abenteuer von Reinette und Mirabelle

Vier Abenteuer von Reinette und Mirabelle

Eine Filmkritik von Stefan Otto

Ein kleiner, unaufdringlicher Film, wie immer bei Eric Rohmer. Eine moralische Komödie in vier Kapiteln, die eigentlich mehr als nur vier Abenteuer der jungen Freundinnen Reinette und Mirabelle erzählen. In „Die blaue Stunde“ begegnen sich die Großstadtpflanze Mirabelle (Jessica Forde) und die Landpomeranze Reinette (Joëlle Miquel) zum ersten Mal. Reinette hilft Mirabelle beim Reifenflicken, zeigt ihr die Scheune, in der sie wohnt, die surrealistisch-kitschigen Bilder, die sie malt, und die Nutztiere und -pflanzen des Landes. Sie führt Mirabelle in „die blaue Stunde“, die vollkommen stille Minute vor der Morgendämmerung, in der alle Vögel schweigen. Reinette zieht zu der Ethnologie-Studentin nach Paris, wo sie selbst beginnt, Kunst zu studieren. In der Metropole werden ihre hohen moralischen Ansprüche auf verschiedene Proben gestellt. In der Episode „Der Kellner“ trifft sie in einem Straßencafé auf einen streitbaren Garçon, der ihr unterstellt, ihn übers Ohr hauen zu wollen. Am Ende muss sie etwas unternehmen, damit er nicht recht behält. In „Der Bettler, die Kleptomanin und die Schwindlerin“ hilft Mirabelle einer Ladendiebin im Supermarkt und steht schließlich selbst mit dem Diebesgut da. „Der Verkauf des Bildes“ thematisiert sehr hübsch die Redseligkeit, die Rohmers Filmen immer wieder vorgeworfen wird. Die prinzipientreue Reinette wettet mit ihrer Freundin, dass sie einen ganzen Tag lang nicht spricht, und wünscht sich, dass Mirabelle sie überwacht, als sie in einer Galerie stumm eines ihrer Bilder verkauft.
Mit 4 Abenteuer von Reinette und Mirabelle erfüllt Eric Rohmer recht gut das Truffaut zugeschriebene Diktum, wonach es Kino ist, wenn schöne Frauen schöne Dinge tun.

Auf der DVD ist die Bildqualität des Films, bei dem Sophie Maintigneux die Kamera führte, nicht immer einwandfrei. Die Bilder werden von einem Computer-Gedudel wie aus einem billigen Daddelautomaten begleitet. Diese Art von Musik, die in 4 Abenteuer von Reinette und Mirabelle glücklicherweise nur selten zu hören ist, verdirbt einem auch fast die Freude an dem ebenfalls auf der DVD enthaltenen Kurzfilm Trink deinen Kaffee (Drehbuch: Eric Rohmer). Nur fast.

Vier Abenteuer von Reinette und Mirabelle

Ein kleiner, unaufdringlicher Film, wie immer bei Eric Rohmer. Eine moralische Komödie in vier Kapiteln, die eigentlich mehr als nur vier Abenteuer der jungen Freundinnen Reinette und Mirabelle erzählen.
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