Verdammt in alle Ewigkeit

Verdammt in alle Ewigkeit

Eine Filmkritik von Martin Beck

Ein Film für die Ewigkeit

Acht Oscars, eine strahlende All-Star-Besetzung, klassisches & saftiges Hollywood-Kino und natürlich DER Kuss – bei dem man immer meint, dass Burt Lancaster und Deborah Kerr ein paar Meter zu weit am Wasser liegen. Verdammt in alle Ewigkeit ist die ganz große Nummer, ein verdienter Klassiker, auch wenn nach 60 Jahren der kontroverse Lack der Geschichte natürlich ab ist.
Als der Film veröffentlicht wurde, 1953, galt das zugrunde liegende Buch von James Jones eigentlich als unverfilmbar, weil die darin enthaltenen Themen, wie z.B. Ehebruch, Amtsmissbrauch oder Militärkritik, so gar nicht zum damaligen "production code" passen wollten. Drehbuchautor Daniel Taradash, einer der Oscar-Gewinner, musste einige Zugeständnisse machen, schaffte es aber, die Stimmung und die grundsätzlichen Aussagen des Buches zu retten. Und zwar so gut, dass die Adaption gemeinhin mehr Lob erhält als die Vorlage.

Verdammt in alle Ewigkeit spielt 1941 auf Hawaii, ein paar Monate vor Pearl Harbor. In der Kaserne Schofield herrscht Captain Holmes (Philip Ober), ein karrieresüchtiger Miesling, der nicht nur seine Frau (Deborah Kerr) an Sergeant Warden (Burt Lancaster) zu verlieren droht, sondern auch mit Sergeant Prewitt (Montgomery Clift) aneinander gerät – einem ehemaligen Boxer, der sich selbst nach wiederholten Strafen und Demütigungen weigert, die Kompanie bei einem großen Boxkampf zu repräsentieren.

Ein triftiger Grund für den Erfolg des Films ist seine Fähigkeit, diesen inhaltlichen Hauptsträngen noch etliche weitere anzugliedern, unter anderem mit Frank Sinatra als leidensfähigem Kumpel von Prewitt und Donna Reed als Lorene, einer Hostess in einem Gentlemen’s Club (im Buch noch ein Puff), die mit Prewitt eine Beziehung anfängt. All das verwebt sich mit den großen Themen des Films, wie z.B. Moral, Pflichterfüllung, Freundschaft, Krieg oder Schicksal, zu einer wuchtigen Dramatik, die in ihrer ungekünstelten Direktheit auch heute noch packen kann.

Wenn damals die moralische Ambivalenz das entscheidende Argument für den Kinobesuch war, so ist es heute die wunderbare Geschichte, die durch die Bank hervorragend spielende Besetzung und die clevere Inszenierung von Fred Zinnemann, der seinen Schauspielern angenehm viel Raum für große Momente lässt und dennoch genügend Zug hält, um unter zwei Stunden zum erschöpfenden Abschluss zu kommen. Verdammt in alle Ewigkeit ist bewegend, komplex und intelligent. Die filmische Güteklasse, die hier erreicht wird, lässt selbst wiederholte Sichtungen nicht fade werden.

Mit anderen Worten: Ein Film, der auf Blu-Ray viele Wohnzimmerregale beglücken wird, weil nämlich die Veröffentlichung von Sony fast alles richtig macht und vor allem in den Abteilungen Bild und Ton spektakuläre Sorgfalt zeigt. Verdammt in alle Ewigkeit ist geradezu ein Musterbeispiel für eine gelungene Balance aus Respekt vor dem Film und der Ausschöpfung der Möglichkeiten einer Blu-Ray - bedingt inklusive der Extras, die fast alle auch schon auf der DVD zu finden waren und nur mit einem (ziemlich trivialen) Bild-im-Bild Kommentar namens "Eternal History" verstärkt werden. Doch egal: Das hier ist auf jeden Fall eine wunderbare Blu-Ray; schön, dass selbst solch betagten Filmen luxuriöse Beachtung geschenkt wird!

Verdammt in alle Ewigkeit

Acht Oscars, eine strahlende All-Star-Besetzung, klassisches & saftiges Hollywood-Kino und natürlich DER Kuss – bei dem man immer meint, dass Burt Lancaster und Deborah Kerr ein paar Meter zu weit am Wasser liegen. "Verdammt in alle Ewigkeit" ist die ganz große Nummer, ein verdienter Klassiker, auch wenn nach 60 Jahren der kontroverse Lack der Geschichte natürlich ab ist.
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