Verblendung

Verblendung

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Das Phänomen Stieg Larsson

Mit Hochspannung erwartet wird in diesem Herbst neben den üblichen Verdächtigen vor allem auch ein Film, der bereits in einigen Ländern Europas für einen Überraschungserfolg an den Kinokassen sorgte. Neben Besuchern, die gut gemachte Thrillerkost bevorzugen, dürfte es ab dem 1. Oktober auch etliche Bücherfans in die Kinos ziehen. Denn Stieg Larssons Bücher um das unorthodoxe Ermittlerpaar Michael Blomkvist und Lisbeth Salander haben sich binnen kurzer Zeit auf dem deutschen Buchmarkt fest etabliert und sind zu einem Mega-Bestseller geworden. Mit Verblendung, der Verfilmung des ersten Romans, könnte das Phänomen Stieg Larsson einen neuerlichen Höhepunkt erreichen. Und das riecht verdächtig nach einem Kinohit. Zumal Verblendung bereits in Dänemark, Norwegen und Frankreich auf eine äußerst positive Resonanz an den Kinokassen stieß. Für Nachschub ist auch schon gesorgt: Mit Verdammnis und Vergebung werden auch Teil 2 und 3 der Millenium-Trilogie, die beide von Daniel Afredson inszeniert werden, ihren Weg in die Kinos finden. Ursprünglich war geplant gewesen, die beiden letzten Teile ausschließlich im Fernsehen zu zeigen. Doch das ist nun nach den Erfolgen in den Kinos Makulatur.
Jahr für Jahr wiederholt sich das Spiel, seit nunmehr 40 Jahren: Immer an seinem Geburtstag erhält der schwedische Industrielle Henrik Vanger (Sven-Bertil Taube) ein Paket mit einem Präsent, eine getrocknete Pflanze, die in einem Bilderrahmen platziert ist. Normalerweise wäre dies ja ein Grund zur Freude, doch den mittlerweile betagten Unternehmer erinnert dieses Geschenk an das unfassbare und bis heute unaufgeklärte Verschwinden seiner Großnichte Harriet, die der kinderlose Mann wie seine eigene Tochter liebte. Kein Wunder, dass die tiefe Wunde dieses Verlustes immer wieder aufreißt. Und nun, nach so vielen Jahren der Ungewissheit, will Vanger endlich Gewissheit darüber erlangen, was damals wirklich geschah. Und er hat auch schon den richtigen Kandidaten für die Wühlarbeit durch die spärlichen Hinweise – den Enthüllungsjournalisten Michael Blomkvist (Michael Nyqvist), der wegen seiner detektivischen Fähigkeiten nur "Kalle Blomkvist" genannt wird.

Obwohl Blomkvist ein gefragter Journalist ist, hat er gerade mehr Zeit, als ihm lieb ist: Aufgrund eines verlorenen Verleumdungsprozesses gegen den zwielichtigen Unternehmer Wennerström (Stefan Sauk) ist sein Ansehen derzeit im Keller, die von ihm mit begründete Zeitschrift Millenium ist in den Strudel der Affäre geraten. Und zu allem Überfluss muss der engagierte Autor in einem halben Jahr eine mehrmonatige Haftstrafe antreten und eine saftige Geldbuße bezahlen. Kein Wunder also, dass Blomkvist die schwierige Recherche nur allzu gern übernimmt – zumal sich auch noch herausstellt, dass die Verschwundene vor etlichen Jahren seine heiß geliebte Babysitterin war.

Bei seinen Nachforschungen stößt Blomkvist nicht nur auf einige dunkle Geheimnisse des Vanger-Clans, sondern erhält auch unerwartete Unterstützung von der psychisch labilen, aber genialen Hackerin Lisbeth Salander (Noomi Rapace), die im Auftrag Vangers das Leben des Journalisten nach Schwachpunkten durchforstete und dabei zunehmend Interesse an dessen Arbeit entwickelte. Da sie immer noch aus der Ferne Zugriff auf Blomkvists Laptop hat, vermag sie es, so manches der Rätsel zu lösen, die sich im Laufe der Untersuchung ergeben. Und es bleibt nicht bei der rein virtuellen Unterstützung: Neugierig geworden setzt der Journalist alles daran, die Hackerin persönlich kennen zu lernen. Gemeinsam kommen die beiden einem Familiendrama ungeheuren Ausmaßes auf die Spur und finden eine überraschende Antwort auf den Verbleib von Harriet...

Binnen kürzester Zeit entwickelte sich die Millenium-Trilogie (in Deutschland unter den Titeln Verblendung, Verdammnis und Vergebung veröffentlicht) des schwedischen Journalisten Stieg Larsson zu einem echten Bestseller, in 40 Ländern rund um den Globus wurden 40 Mio. Bücher verkauft, allein in Deutschland sind es derzeit rund 3. Mio. Exemplare. Besonders tragisch an diesem überwältigenden Erfolg ist dabei, dass der Autor selbst seinen spektakulären Erfolg nicht mehr selbst miterleben durfte - der engagierte Journalist und Autor Stieg Larsson erlag am 9. November 2004 in Stockholm im Alter von gerade mal 50 Jahren den Folgen eines Herzinfarktes. Zu diesem Zeitpunkt waren drei seiner Bücher (insgesamt sollte die Reihe um Michael Blomkvist aus zehn Bänden bestehen) zwar fertiggestellt, aber noch nicht veröffentlicht worden.

Obwohl mit 152 Minuten ziemlich lang geraten, fesselt Verblendung ohne spürbare Hänger von der ersten bis zur letzten Minute, hält sich (mit einigen vernachlässigbaren Ausnahmen) weitestgehend an die Buchvorlage und setzt die düstere Atmosphäre des Romans in kongeniale Bilder um. Wenn beispielsweise mit Hilfe alter Fotografien Harriet beinahe zum Leben erweckt wird, dann ist das nicht nur überzeugend umgesetzt, sondern erinnert auch an Vorbilder wie Michelangelo Antonionis Blow Up und Brian de Palmas Antonioni-Hommage Blow Out – Der Tod löscht alle Spuren.

Man merkt dem Regisseur Niels Arden Oplev an, dass er ein versierter Könner seines Fachs ist, der neben einigen in Dänemark erfolgreichen Kinofilmen auch ein Händchen für schlau inszenierte (TV-)Thriller und Krimis hat. Und es war wohl auch diese Verbindung zum ZDF, bei dem beispielsweise die von Oplev inszenierten Folgen der TV-Serie Der Adler - die Spur des Verbrechens mit Jens Albinus ausgestrahlt wurden, die letzten Endes die Weichen stellte für ein Projekt, das binnen kurzer Zeit realisiert werden konnte. Auch wenn sonst vielerorts über die starke Durchdringung und Einflussnahme der Kinolandschaft durch die TV-Sender geklagt wird: In diesem Fall könnte sich der Entschluss zur Kinoauswertung lohnen – für (fast) alle Beteiligten. Dass ausgerechnet der streitbare Journalist Stieg Larsson nicht mehr Nutznießer dieses Erfolgs ist, das ist der einzige Wermutstropfen dieser überaus gelungenen Krimi-Verfilmung.

Verblendung

Mit Hochspannung erwartet wird in diesem Herbst neben den üblichen Verdächtigen vor allem auch ein Film, der bereits in einigen Ländern Europas für einen Überraschungserfolg an den Kinokassen sorgte. Neben Besuchern, die gut gemachte Thrillerkost bevorzugen, dürfte es ab dem 1. Oktober auch etliche Bücherfans in die Kinos ziehen. Denn Stieg Larssons Bücher um das unorthodoxe Ermittlerpaar Michael Blomkvist und Lisbeth Salander haben sich binnen kurzer Zeit auf dem deutschen Buchmarkt fest etabliert und sind zu einem Mega-Bestseller geworden.
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Meinungen
Chris · 23.10.2010

Es ist wirklich schade, das sich der Film in vielen Punkten nicht an das Buch hält!
So wie er jetzt ist kommt er sehr unstrukturiert und verworren.
Er hätte viel mehr potenzial verarbeiten können.
Schade!!

Susanne · 28.09.2010

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass der Film sich nicht wirklich eng am Buch orientiert. Wichtige Stellen werden ausgelassen, einige Details verändert. Anita Vanger ist nicht tot( Sie lebt in London), die Pressemitteilung von Millenium nach der Verurteilung gibt Blomkvist nicht alleine heraus und nicht hinter dem Rücken von Erika seiner Geliebten und Chefin, Vanger bietet Blomkvist nicht nur Geld, sondern bietet ihm was viel wertvolleres an!! was Blomkvist auch weit mehr interessiert als Geld! Eine Information zu Wennerström!!! Die Suche nach dem einem Foto mit Harriet ist nicht in fünf minuten abgetan und und und Dies sind nur einige Bsp. dafür wieivel ausgelassen wurde. Der Film ist langweilig, unübersichtlich und nicht wirklich detail getreu!! Da kann man nur hoffen, dass es Hollywood besser kann und sich mehr am Buch orientiert und sich davor hütet Schlüsseldetails einfach wegzulassen,
ein Fazit: 4 Sterne sind eindeutig zu viel. 2 Sterne wären schon großzügig, wenn man das Buch nicht gelesen hat!

Jasmin · 06.05.2010

Ich würde mal sagen: das ist mal ein film der dem buche in nichts nachsteht. das sieht man selten!
ich habe die drei bücher fast verschlungen. und mit den filmen ist es nicht anders.
wirklich hut ab!

Anne · 03.02.2010

Ich habe die ganze Triologie gelesen und bin völlig begeistert von den 3 Teilen. Da wollte ich auch wissen, wie der Film aussieht. Und muss sagen, echt klasse. Natürlich können nicht alle Nebenstränge, wie die zweifelhafte Beziehung zw. Mikael und Erika und anderes ausgeschmückt werden. Aber die Spannung kam super rüber. Und selbst, wer den Roman kennt, fiebert jeder Szene entgegen. Ich ich finde,das ist der beste Film,der einem Roman zu Grunde liegt.

Andreas · 07.01.2010

Joachim Kurz bespricht den Film ja sehr euphorisch. Kann dem nur bedingt folgen. Ein solider Fensehfilm, nicht mehr. Das Spiel der Figuren ist absehbar. Der Musikeinsatz klischeehaft. Für den speziellen Charme der Buchvorlage bleibt dem Regisseur trotz der 150 Minuten keine Zeit. Schade...

Jochen Silinski · 14.11.2009

Ein Klassefilm. Es lohnt sich auf jeden Fall, diesen Film zu sehen. Sehr spannend und teils schonungslos. Wer das Buch gesehen hat, wird hier bestimmt nicht enttäuscht werden.

Hermann · 06.11.2009

Ich habe alle Teile der Triologie gelesen und bin eigentlich ohne große Erwartung ins Kino gegangen. Zu häufig schon wurden excellente Romane zweitklassig fürs Kino umgesetzt. Doch das, was Oplev in den 2,5 Stunden im Film aus der Storry macht, ist aller Ehren wert und wird der Romanvorlage schon fast ebenbürtig! Meine Frau, die mich ins Kino begleitet hat, hatte den Roman nicht gelesen! Sie war begeistert von einem Kriminalfilm, der ohne Längen Spannung aufbaut, tolle Bilder liefert und gute Schauspieler zeigt. Also, ob Leser oder Nichtleser - egal, den Film muß man gesehen haben! Ich hoffe, das die Filme zu Teil 2 und 3 von ähnlicher Qualität sind!

Liv · 04.11.2009

Den Film habe ich noch nicht gesehen, aber das wird sich bald ändern. Das Buch ist auf jeden Fall total spannend, es zu lesen lohnt sich auf jeden Fall.
Allerdings wird Blomkvist im Buch als attraktiv beschrieben, was im Film scheinbar nicht direkt der Fall ist.

Torsten · 01.11.2009

Ich habe die Triologie komplett gelesen,was ich auch jedem Kinobesucher raten würde.Es ist natürlich schwer, so ein literarisches Werk auf die Leinwand zu projezieren.Aber Kalle Blomkwist,atraktiv? Ich weiß ja nicht.Und über den kurzen Auftritt von Erika Berger freue ich mich ,denn die ist ja wohl total misslungen!

Inga · 27.10.2009

Ich kenne die Bücher nicht und bin somit völlig wertfrei in die Vorstellung gegangen.
Ein absolut gelungener Film, spannend von der ersten bis zur letzten Minute! Ebenfalls finde ich die beiden Hauptdarsteller in Ihrer Besetzung perfekt. Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Teil. Prädikat: "Besonders gut, unbedingt ansehen" !!

Petra · 27.10.2009

habe erst noch überlegt in den Film zu gehen, da ich das Buch nicht gelesen habe. Doch ich bin total begeistert,
vor allem das es noch Filme gibt mit Sinn und Verstand und
Spannung. Super gemacht von Anfang bis Ende, freue mich
schon auf Teil 2

Julia · 22.10.2009

ein absolut gelungener Film. Ein spannender Film mit einem durchaus interessanten Dialog.Bin dazu geneigt das Buch, nicht den Roman zum Film in die Hand zu nehmen.Ich kann den Film nur weiterempfehlen!

martina · 18.10.2009

habe den film am freitag gesehen und muss sagen, lange nicht mehr so einen spannenden kinofilm gesehen. einfach spitze. kenne die bücher nicht und bin geneigt jetzt den nächsten band in die hand zu nehmen. kann ich nur empfehlen!!!!

miriam · 14.10.2009

gut und sehr nah an der vorlage verfilmt, super besetzung. vorlage ist übrigens der 1. band . habe alle drei gelesen. der film basiert auf dem ersten. bin gespannt auf die fortsetzung....

Sandra Beckmann · 14.10.2009

SUPER !!!!! Atmosphärisch dicht, tolle Schauspieler, Spannung von der ersten bis zur letzten
Minute.... Habe lange nicht mehr so einen spannenden Film gesehen. Unbedingt ansehen !!
(Allerdings kenne ich das Buch nicht und war so "unvorbelastet "...)

Alf · 13.10.2009

Habe den Film gestern gesehen und bin noch sehr stark im Geschehen drin. Die Bücher sollte man gelesen haben, aber nicht unbedingt kurz vor dem Film. Dann ist die Wirkung am stärksten. Die Darsteller, Kamera, Drehbuch, eigentlich Alles perfekt.

Carsten · 13.10.2009

Der Film hat mich echt überrascht, seid langen nicht mehr so ein spannenden Film gesehen der dazu noch outentisch wirkt.

Bernadette Mayr · 12.10.2009

Verblendung ist nicht die Verfilmung des gleichnamigen Buches sondern die Verfilmung des 2. Bandes! Das hat wohl niemand bemerkt. Aber der Film ist erstklassig!!!

Andrea · 10.10.2009

Ich hab den Film heute Abend gesehen und war einfach nur begeistert. Spannend vom Anfang bis zum Ende. Super gemacht...schaut ihn euch an!!

Olli · 09.10.2009

Also ehrlich gesagt war ich vom Film nicht wirklich begeistert. Das Buch ist super aber der Film etwas langweilig umgesetzt. Lisbeth ist genau so wie man sie sich vorgestellt hat, was man von Kalle nun mal leider überhaupt nicht behaupten kann. Ich hätte mir eine etwas spektakulärere Umsetzung gewünscht als ein Film der locker als Montag Abend Krimi in der ARD durchgehen könnte.

Kalle · 07.10.2009

Das Buch wurde hervorragend umgesetzt, alle Charaktere gut getroffen.
Trotz 2,5stunden Länge hält der Film die Spannung.
Wie man das von den Skandinaviern gewohnt ist, wurde hier ein glaubwürdiger Film ohne viel Pathos und Klischees gemacht.
Bin gespannt auf die Fortsetzungen

Michaela · 07.10.2009

Der Film hält sich zwar nicht ganz genau an das Buch aber er ist genauso spannend.
Lisbeht Salander gefällt mir sehr gut in ihrer Rolle.
Gelungene Verfilmung; Ich habe alle drei Bücher gelesen.

Mangu · 06.10.2009

Habe mir Samstag den Film angesehen und war total begeistert. Lisbeth sieht genauso aus, wie ich sie mir vorgestellt habe. Gut, Kalle könnte attraktiver sein, aber auch egal, jedenfalls ein super Schauspieler. Die kleinen Änderungen im Drehbuch haben der Spannung nicht geschadet. Schade, dass wir jetzt bis Februar 2010 auf den zweiten Teil warten müssen!!!

norwegen77 · 29.09.2009

Hei,habe bereits auch schon den zweiten Teil(Jenta Som Lekte Med Ilden)in Norwegen im Kino gesehen.Der Film ist spannend,was ja bei dem Buch nicht schwierig ist ist. Aber z.Teil recht Langatmig(mehr als 2 h)hält sich zum Teil auch nicht an die Buchvorlage(Muß erst am Ende vom Film die Haftstrafe wegen der Affäre Wennerström antreten) und andere Details.Im ganzen eine durchaus gelungene Buchverfilmung.Natürlich war ich auch sehr gespannt wie die Rolle der Lisbeth Salander umgesetzt wird.Freue mich schon auf der dritten Teil der hier im Dezember anläuft.

Destiny · 20.09.2009

Ich freu mich wie verrückt auf diesen Film - und die anderen natürlich. Habe mir allerdings Lisbeth auch abgewrackter vorgestellt, nicht hässlich, aber irgendwie kaputter. Und Blomkvist wesentlich attraktiver :-)
Egal, das müssen wir wohl in Kauf nehmen.

<3 · 14.09.2009

Ich kanns nicht mehr erwarten den Film zu sehen! Das Buch war schon so geil!!!!!!

Marc · 09.09.2009

Also Fred ich kann dir zustimmen das Lisbeth im Film gut aussieht, habe sie mir aber auch nicht hässlich vorgestellt, als ich die Bücher gelesen habe. Na jedenfalls freue ich mich schon sehr auf den Film.

Fred · 15.08.2009

Schade: Lisbeth Salander ist doch viel zu gutaussehend. Hat äusserlich wenig mit dem Buch zu tun.

Kommentare

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