Unter Kontrolle (2008)

Unter Kontrolle (2008)

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

There’s a killer on the road

Was für eine korrupte, böse und verworrene Welt: Cops, die auf harmlose Passanten und deren Fahrzeuge schießen, eine Mordserie an einem Highway und zwei FBI-Agenten, die in die ländliche Gegend gesandt werden, um herauszufinden, was hier wirklich geschah. Das ist die viel versprechende Ausgangssituation, mit der Jennifer Lynchs zweiter Spielfilm – der erste Boxing Helena liegt 15 Jahre zurück – seinen Auftakt nimmt. Die lange Pause, die sich die Tochter von David Lynch zwischen ihrem Debüt und ihrem neuen Film Unter Kontrolle / Surveillance nahm, hat einen Grund: Die Reaktionen auf Boxing Helena waren so verheerend, dass die damals jüngste Regisseurin der amerikanischen Filmgeschichte (Lynch war zu diesem Zeitpunkt 24 Jahre alt) vorerst keine Lust mehr auf die Filmbranche hatte. Die Häme einer „Goldenen Himbeere“ im Jahre 1994 war dann wohl doch zuviel des Guten – oder Schlechten- für die Jungregisseurin.
Für Unter Kontrolle / Surveillance setzte Lynch die Messlatte hoch an: Immer wieder verweist sie in Interviews und Statements zu ihrem Film auf Akira Kurosawas Klassiker Rashômon (Japan 1950), in dem ebenfalls ein Gewaltverbrechen aus verschiedenen Perspektiven und von unterschiedlichen Zeugen erzählt wird und sich so die Wahrheit als fragementarisiertes Gebilde erweist. Die beiden FBI-Agenten Elizabeth Anderson (Julia Ormond) und Sam Hallaway (Bill Pullman) werden nach einer brutalen Mordserie auf einem Highway in die Polizeistation des zuständigen Örtchens im Mittleren Westen gerufen, um die Ermittlungen zu übernehmen – misstrauisch beäugt von den anwesenden Cops. Drei Zeugen gilt es zu vernehmen: Die achtjährige Stephanie (Ryan Simpkins), deren Familie umkam, die drogensüchtige Bobbi (Pell James) und den Polizisten Jack Bennett (Kent Harper), dessen Partner Jim den beiden brutalen Killern zum Opfer fiel. Schnell zeigt sich bei den Verhören, dass die Zeugen es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Die beiden FBI-Agenten haben alle Hände voll zu tun, um zu rekonstruieren, was auf dem Highway wirklich geschah – bis die Geschichte schließlich eine unvorhergesehene Wendung nimmt.

Was das Thriller-Genre anbelangt, kann David Lynch ruhig schlafen – zumindest wenn es um die Konkurrenz aus der eigenen Familie geht. Trotz ausgefeilter Dramaturgie, einiger schöner Einfälle und einem Twist nebst ziemlich blutigem Gemetzel am Ende des Films kann Unter Kontrolle / Surveillance nämlich trotz prominenter Besetzung nicht mit Meisterwerken des Genres mithalten und bietet allenfalls durchschnittliche Kost für Liebhaber der etwas härteren Kinokost. Menschliche Abgründe, psychopathische Killer und die moralische Verkommenheit der Cops – das alles sah man in anderen Filmen schon wesentlich spannender, überraschender und vor allem überzeugender in Szene gesetzt.

Nicht dass Jennifer Lynchs Film komplett missraten wäre – aber durch die Bezugnahme auf ein Meisterwerk der Filmgeschichte wie Rashômon baut sie eine Erwartungshaltung auf, die sie am Ende nicht erfüllen kann. Vor dieser Enttäuschung mit Ansage kann nicht einmal die Wendung am Ende des Films bewahren, die sich aufmerksamen Zuschauern zudem bereits lange vorher als Lösung des Rätsels förmlich aufgedrängt hat.

Unter Kontrolle (2008)

Was für eine korrupte, böse und verworrene Welt: Cops, die auf harmlose Passanten und deren Fahrzeuge schießen, eine Mordserie an einem Highway und zwei FBI-Agenten, die in die ländliche Gegend gesandt werden, um herauszufinden, was hier wirklich geschah.
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Meinungen
producer · 17.01.2010

Der wohl schwachste film des Jahres. Man spürt geradezu wie töchterchen Lynch versucht hat echte Filmemacher zu imitieren. (Spuren Fargo, Reservoir Dogs und Papa Werk) Arme schauspieler! Wenn es ein P-orno wäre hätten sie zumindest noch behaupten können es nur für's Geld gemacht zu haben. Der sinnlose Film gehört direkt in die DVD Ramschkiste.

martin · 02.01.2010

Einfach nur Bullshit!!!

Unglaublich ein solch schwacher Film. Verherrlichung von Gewalt nenn ich das. Wahrscheinlich ist die Regisseurin noch stolz auf diese Verfilmung.

Aehnelt “Natural born Killers”, das ist etwa der gleiche Blödsinn.

Ein Film für abgedrehte, gestörte Leute!

Martin · 23.10.2009

Mit Abstand der schlechteste Film, den ich seit langem gesehen habe.
Die Filme von Jennifer Lynch sind einfach nur grottenschlecht...

Martin Schmidt · 06.08.2008

der film ist 8 von 10

Helge22 · 02.08.2008

Der Film ist Gewalt verherrlichend und zum Kotzen, fast schon im wörtlichen Sinne.

Kommentare

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