Unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Eine Filmkritik von Martin Beck

Qualität aus deutschen Landen

Und mal wieder ab ins Bergwerk des deutschen Genrefilms, diesmal mit einem gut gemachten Justizthriller in der Lore. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit, entstanden 1961, lehnt sich offensichtlich an den Erfolg der Edgar Wallace- und Dr. Mabuse-Filme an und tischt ein dicht gewebtes Netz krimineller Mysterien auf, die erst ganz zum Ende den überraschenden Täter offenbaren.
Ein Justizthriller ist der Film vor allem am Anfang und am Ende, wenn Staatsanwalt Dr. Kessler (Peter van Eyck) zunächst einen Konstrukteur (Claus Holm) des Giftmordes an seiner Gattin überführen möchte und dann irgendwann selbst auf der Anklagebank landet. Zwischen diesen Sequenzen, die ausschließlich im Gerichtssaal spielen, entfaltet sich ein reißerisches whodunit-Rätsel, das den Staatsanwalt auf die Fährte eines dubiosen Unbekannten führt, der zuvor den eigentlich schon sicher geglaubten Prozessabschluss platzen ließ.

Kurz nach dem Ende von Kesslers überzeugendem Schlussplädoyer taucht nämlich eine geheimnisvolle Frau (Eva Bartok) auf, die dem Angeklagten ein wasserdichtes Alibi liefert. Der Konstrukteur wird freigesprochen, doch Kessler, brüskiert in seiner Ehre, stellt daraufhin eigene Nachforschungen an, die nicht nur mehrere Morde, sondern auch einen Callgirl-Skandal und eine Spionage-Affäre aufdecken. Wer ist nur der große Unbekannte, der hinter einer Milchglasscheibe sitzt und von dort aus seinen Schergen kriminelle Befehle erteilt?

Also auf jeden Fall ist er ein Edgar Wallace-Fan, denn das mit dem schattenhaften Mastermind, der nur durch seine Stimme Präsenz zeigt, stammt geradewegs aus der allseits beliebten Krimireihe – genau wie auch der ganze Aufbau der Geschichte, mit einem aufrechten Ermittler in einem von zwielichten Thrills gesäumten Labyrinth, das ganz am Ende, am Ausgang, per Paukenknall den Täter entlarvt. Artur Brauners CCC Filmkunst, die Produktionsfirma von Unter Ausschluß der Öffentlichkeit, hat nicht nur etliche Wallace-Stoffe auf den Weg gebracht, sondern ebenso auch viele der thematisch und stilistisch sehr ähnlichen Dr. Mabuse-Filme.

Was lag also näher, als die Erfolgsformel noch ein wenig weiter zu melken? Das Schöne bei dem dabei entstandenen Film ist die sowohl auf inhaltlicher als auch auf schauspielerischer und inszenatorischer Ebene dargereichte Qualität. Natürlich läuft Unter Ausschluß der Öffentlichkeit heutzutage unter kuscheliger Sofa-Unterhaltung, doch spannend ist das Geschehen trotzdem. Peter van Eyck überzeugt als kantige Mischung aus Heinz Drache und Joachim Fuchsberger, Regisseur/Drehbuchautor Harald Philipp präsentiert ausgereiftes Handwerk und Produzent Brauner ließ genug Scheine springen, um abwechslungsreiche Locations und eine Vielzahl roter Heringe zu ermöglichen.

Ja, der Film ist schon etwas konstruiert, doch zumindest Edgar Wallace-Fans kommen hier sicherlich auf ihre Kosten, auch übrigens durch eine stattliche Schnittmenge bekannter Mimen, unter ihnen zum Beispiel Claus Holm, Heinz Weiss, Albert Bessler, Kurt Pieritz und Heinz Spitzner. Die DVD von Pidax bietet ausgezeichnete Bild- und Tonqualität, was gerne vergessen lässt, dass Extras leider nicht vorhanden sind – immerhin ausgenommen eines Nachdrucks der entsprechenden Ausgabe der Illustrierten Film-Bühne.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Und mal wieder ab ins Bergwerk des deutschen Genrefilms, diesmal mit einem gut gemachten Justizthriller in der Lore. „Unter Ausschluß der Öffentlichkeit“, entstanden 1961, lehnt sich offensichtlich an den Erfolg der Edgar Wallace- und Dr. Mabuse-Filme an und tischt ein dicht gewebtes Netz krimineller Mysterien auf, die erst ganz zum Ende den überraschenden Täter offenbaren.
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