Undead (Special Edition)

Undead (Special Edition)

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Fast Kult

Michael und Peter Spierig haben Fans von abgefahrener Zombie-Unterhaltung mit Undead einen unterhaltsamen, blutigen und auch manchmal sogar originellen Splatter-Happen kredenzt.
Gerade wenn der Werbespruch auf dem wirklich hübsch gestalteten DVD-Cover so vollmundig prahlt wie hier („Australiens Antwort auf Braindead“), muss man sich nicht wundern, wenn der Zuschauer auch die Messlatte in dieser Höhe anlegt. Und um es vorweg zu nehmen: Mit Peter Jacksons Kultsplattercomedy von 1992 kann Undead nicht gleichziehen. In jeder Hinsicht konnte Braindead seinerzeit überzeugen, wohingegen Undead leider viel zu viele Logiklöcher hat und gar zu unverholen bei den großen Vorbildern klaut.

Das friedliche Fischerdorf Berkeley wird von einem Meteoritenschauer heimgesucht. Daraufhin verwandeln sich die Bewohner Berkeleys in Zombies, die mit trüben Augen durch die Gegend taumeln und ihre Mitmenschen, die sich nicht verwandelt haben, in Stücke reißen oder auffressen. Ein Grüppchen von sechs Überlebenden versucht sich aus der Stadt zu kämpfen und tatsächlich scheinen sie die Zombies abgehängt zu haben, doch nun stehen sie vor einem buchstäblich unüberwindbaren Problem: Eine gigantische, bis in den Himmel reichende Mauer aus Stahl versperrt den einzigen Fluchtweg. Und dann kommen auch noch Außerirdische…

Genrefans werden an den absurden Ideen, den kopflos herumeiernden Leichen und den vielen blutigen Auseinandersetzungen ihre helle Freude haben. Was die Spierig-Brothers mit einem minimalen Budget auf die Beine gestellt haben, verdient in jeden Fall Respekt. Und wenn die Splattercomedy in der zweiten Hälfte in eine bizarre Science Fiction-Story kippt und die Effekte Hollywood-Niveau erreichen, kommt man nicht umhin anerkennend zu nicken. Man merkt dem Film einfach an, dass hier Überzeugungstäter am Werk waren. Da verschmerzt man gerne die teilweise gewaltigen Logikbrüche und in manchen Momenten laienhaft agierenden Darsteller. Ohne diese zwei Sorgenkinder hätte Undead sicher das Zeug zum „richtigen Kultfilm“.

Undeads Special Edition kommt im sehr schicken Pappschuber und bietet auf Disc 1 Audiokommentare, ein Interview und Trailer. Auf Disc 2 gibt es ein interessantes Making of, Interview, Filmfestival-Eindrücke, Deleted Scenes und weiteren Kleinkram. Da sich Bild und Ton auch im oberen Bereich befinden, spricht für Genrefans kaum etwas dagegen, sich Undead ins heimische Regal zu stellen. Nur schade, dass der Typ mit der Dreiläufigen vom Cover viel zu wenig Auftritte hat.

Undead (Special Edition)

Michael und Peter Spierig haben Fans von abgefahrener Zombie-Unterhaltung mit Undead einen unterhaltsamen, blutigen und auch manchmal sogar originellen Splatter-Happen kredenzt.
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