Uncertain Guest

Uncertain Guest

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Du bist nicht allein

Einen sehr cleveren und fein gesponnenen Thriller haben wir hier: Regisseur und Autor Guillem Morales baut erst eine Seite der Geschichte auf, um sie in der zweiten Hälfte zu kippen und von der anderen Seite zu beleuchten. Ein Ansatz, der auch leicht hätte schief gehen können.
Der leicht psychotische Architekt Felix wohnt in einem riesigen Haus. Allein, seit ihn seine Freundin verlassen hat, vegetiert er vor sich hin. Doch als eines Abends ein Fremder darum bittet mal kurz telefonieren zu dürfen, ändert sich Felix Leben, denn er hat den Fremden nicht gehen sehen. Und seitdem hat er das Gefühl, nicht mehr allein zu sein. Nächtliche Geräusche, verräterische Spuren, ein fremder Geruch in seinem Bett… Felix dreht nach und nach durch. Auch wird die gerade wieder Vertrauen fassende Freundin so wieder vergrault. Felix traut sich schließlich nicht mehr nach Hause – und quartiert sich heimlich im Haus der querschnittsgelähmten Nachbarin ein.

Uncertain Guest ist nicht nur verdammt stark gespielt, auch sind viele Ideen wirklich originell und die Atmosphäre von Beginn an bedrohlich und düster, zunehmende Paranoia inklusive. Das altbekannte „Wer-hat-von-meinem-Tellerchen-gegessen“ wird greifbar und man ist nach dem Film froh, in einer vergleichsweise kleinen 2-Zimmerwohnung zu wohnen. Auch die Idee mit der abrupten Wende in der Mitte des Films ist stark, obwohl einiges, was nun folgt etwas weit her geholt ist. Das nachvollziehbare Beziehungsdrama, das nebenbei stattfindet, ist plausibel und bringt die Figuren nur näher noch an den Zuschauer.

Auch optisch besteht Uncertain Guest dem kritischeren Blick, gibt es doch ständig irgendwo Schatten und Winkel, in denen jemand auftauchen, in denen jemand beobachten könnte. Anleihen bei Polanskis brillantem Der Mieter verschmerzt man gern. Wer verstörende Paranoia-Thriller mag, ist mit Uncertain Guest gut bedient.

Uncertain Guest

Einen sehr cleveren und fein gesponnenen Thriller haben wir hier: Regisseur und Autor Guillem Morales baut erst eine Seite der Geschichte auf, um sie in der zweiten Hälfte zu kippen und von der anderen Seite zu beleuchten.
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